Die verschiedenen Sektenanhänger und Heiler stehen für gewöhnlich auf dem Standpunkt, es sei vor allem wichtig, daß die physische Hülle von Krankheit befreit und den Todesprozessen entzogen würde. Es könnte jedoch wünschenswert sein (und ist es auch oft), daß man der Krankheit erlaubt, ihr Werk zu tun und dem Tod die Türe zu öffnen, damit die Seele der Gefangenschaft entkommen kann. Für alle inkarnierten Wesen kommt unausweichlich die Zeit, da die Seele Befreiung vom Körper und vom Formleben verlangt und die Natur hat dafür ihre eigenen weisen Methoden. Man muß Krankheit und Tod als befreiende Mächte ansehen, wenn sie sich einstellen, weil die Seele den rechten Zeitpunkt bestimmt hat. Die Studierenden müssen zu der Erkenntnis kommen, daß die physische Form eine Ansammlung von Atomen ist, die zu Organismen oder Organsystemen und schließlich zu einem zusammenhängenden Körper vereinigt wurden, und daß dieser Körper vom Willen der Seele zusammengehalten wird. Zieht sich dieser Wille auf seine eigene Ebene zurück oder „wenn das Auge der Seele sich in eine andere Richtung wendet“ — wie der okkulte Ausdruck lautet — so werden in diesem gegenwärtigen Zyklus unvermeidlich Krankheit und Tod eintreten. Das ist weder ein gedanklicher Irrtum noch das Unvermögen, Göttlichkeit zu erkennen, noch bedeutet es, dem Übel zu unterliegen. Es ist in Wirklichkeit die Auflösung der Formnatur in ihre Bestandteile und in ihre Grundessenz. Krankheit ist eigentlich ein Aspekt des Todes. Sie ist der Vorgang, durch den die materielle Natur und die substanzielle Form sich zur Trennung von der Seele bereitmacht.
Esoterisches Heilen, 17-111
Schreibe einen Kommentar