Hatte Rudolf Steiner (1861-1925) irgendwelche Kenntnisse in Bezug auf die Wiederkehr des Christus? (Juli/August 1990)
Rudolf Steiner trennte sich von der Theosophie, um die Anthroposophie zu gründen. Er war ein bemerkenswerter Mann, mit einem Einweihungsgrad von 2.2, mit faszinierenden und wertvollen Einblicken in viele Bereiche, wie Landwirtschaft, Erziehung und Medizin. Was hingegen die Wiederkehr des Christus betrifft, hatte er, glaube ich, einen blinden Fleck. Obgleich er Theosoph war, und sich als Esoteriker bezeichnen würde, ist er nach meinem Verständnis kein wirklicher Esoteriker, sondern ein christlicher Mystiker. Irgendwie hinderte ihn sein christlicher Mystizismus, die Beziehung des Christus zur Hierarchie zu verstehen. Obwohl er theoretisch gewußt haben muß, daß der Christus an der Spitze der Hierarchie steht, sah er ihn doch eher in mystischer Weise und beteuerte, daß der Christus nicht in einem physischen Körper wiederkommt, sondern nur auf der ätherischen Ebene, (die er das geistige Reich nannte).
Wie wir wissen, entschloß sich Maitreya 1945 zum frühest möglichen Zeitpunkt auf der physischen, astralen und mentalen Ebene wiederzukommen. Als Steiner 1925 starb, wußte er nichts von diesem Teil des Planes, aber als Theosoph hätte er wissen müssen, daß dies vorgesehen war, wenigstens seit 1922, als das erste Buch von Alice Bailey (diktiert von Meister D.K.) Initiation, Menschliche und Solare Einweihung erschien. In Die Wiederkunft Christi sagt Meister D.K. ziemlich nachdrücklich, daß er vom physischen Erscheinen des Christus auf der Erde spricht. Das, erklärte er, sei
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eine der allerwichtigsten Aussagen im Buch. Er betonte, daß der Christus in einem physischen Körper, für alle sichtbar, erscheinen wird.
Dies stand irgendwie in Widerspruch zu Steiners christlichem Mystizismus. Er bestand darauf, daß der Christus nur auf der ätherischen Ebene wiederkommen könne. Die Menschheit, so schrieb er, werde im kommenden Zeitalter allmählich die ätherische Schau entwickeln (was wahr ist), und einer nach dem andern werde den Christus im Ätherischen erkennen. Nach meiner Meinung ist das ein vollkommenes Mißverständnis. Es war der christliche Dogmatismus, der Steiner darin bestärkte, daß der Christus nicht in einem physischen Körper kommen kann. Es ist, als würde man damit den Christus irgendwie erniedrigen, ihn auf eine zu tiefe Ebene herunterholen. Viele Christen glauben das, und sehen ihn nur in seiner Rolle als ein Prinzip, nicht als einen wirklichen Menschen, der dieses Prinzip verkörpert, und der auf allen Ebenen, einschließlich der physischen, wirken kann.
Maitreyas Mission, Band II, mm2-556
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