Wenn jemand die Funktion als Medium mit vollem Bewußtsein übernimmt und seinen Körper verständnisvoll einem Wesen zur Verfügung stellt, das ihm wohlvertraut ist und das Einlaß sucht, um geistigen Zielen zu dienen und Mitmenschen zu helfen, dann kann diese mediale Tätigkeit richtig und gut sein. Aber wie oft findet man schon solche Medien? Nur wenige Medien kennen die Methode, wie man eine Wesenheit in den Körper eintreten läßt und dann wieder entläßt, und nur wenige wissen, wie man dabei vorgehen und sich so verhalten muß, daß ihnen auch nicht für einen Augenblick unbewußt bleibt,
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was sie tun und welchem Zweck sie dienen. Bewußt und mit Absicht leihen sie vorübergehend einer anderen Seele ihren Körper für einen Dienst, bewahren aber dabei während der ganzen Zeit ihre volle Unversehrtheit oder Ganzheit. Diese Art von Hingabe fand ihren höchsten Ausdruck, als der Jünger Jesus seinen Körper für das Wirken Christi zur Verfügung stellte. Der Schlüssel zum Verstehen dieser medialen Funktion, bei der die eigene Integrität gewahrt bleibt, liegt in dem Wort „Dienen“. Wenn man einmal diese wahre Funktion eines Mediums besser verstehen wird, dann wird man feststellen, daß das Medium bei vollem Wachbewußtsein [13-11] seinen Körper durch die Öffnung am Scheitel des Kopfes verläßt; heute ist es in den meisten Fällen so, daß das Medium durch den Solarplexus austritt, sich dieses Geschehens nicht bewußt ist und sich nachher an nichts erinnern kann.
Es wird dann so sein, daß ein neuer Bewohner bei übereinstimmender Schwingung durch die Kopföffnung in den Körper des Mediums eintritt und dieses Instrument eine Zeitlang für einen bestimmten Dienst benützt.
Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 25
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