Ich möchte euch daran erinnern, daß ich an die großen geistigen Realitäten unbedingt glaube; für mich ist der sich entfaltende Geist des Menschen ein unwiderlegbarer Beweis für die Existenz des „Einen, in dem wir leben, uns bewegen und unser Dasein haben“. Ich spreche als einer, der an Christus glaubt, der ihn liebt und der weiß, daß er der Meister aller Meister und Lehrer der Engel und Menschen ist. Ich sehe in Christus den höchsten Ausdruck des Göttlichen auf Erden und kenne das Ausmaß seines Opferwerkes für die Menschheit; ich kenne auch die wundervolle Offenbarung, die er gebracht hat, und ich weiß, daß er bald wiederkommen und in den Herzen der Menschen die geistige Herrschaft antreten wird. Ich weiß, daß er an den großen steinernen Tempeln, die ihm die Menschen errichtet haben, keine Freude hat, solange sein Volk ohne Anleitung fürs praktische Leben oder ohne vernünftige Belehrung bleibt. Ich weiß auch, wie schmerzlich er es empfindet, daß die von ihm gelehrte Einfachheit und der gerade, schlichte Weg zu Gott, den er besonders betont hat, im Lauf der Jahrhunderte im Nebel theologischer Lehren und Meinungen verlorengingen. Er sieht, wie der wahre Sinn seiner Worte im Labyrinth kirchlichen Denkens und Deutens verlorenging und wie seine einfache Lehre, den Weg zu Gott zu gehen, durch Pomp und kunstvolle Zeremonien ersetzt wurde.
Kurz gesagt: Wegen [13-404] der vielen verschiedenen Glaubensbekenntnisse und Sekten in Ost und West und wegen der theologischen Streitereien über Worte, Sätze und Auslegungen bleiben die sich entwickelnden Söhne Gottes ohne die notwendige Hilfe, um mit Christus und seiner großen Jüngergruppe — den geistigen Führern der Menschheit — in Berührung zu kommen; dem Sucher wird der Weg zum lebendigen Christus, der die Liebe Gottes zum Ausdruck bringt, nicht klar verständlich gemacht. Die beiden großen Gottessöhne (der eine im Osten, der andere im Westen) repräsentieren zusammen in vollendeter Weise die Gottheit; ihr Leben und ihre Worte sind Bürgschaften für die Möglichkeiten, die im menschlichen Geist schlummern.
Die Geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 13-487
Schreibe einen Kommentar