Aufnahme und Verteilung

Die ganze Evolutionsgeschichte unseres Planeten besteht aus Aufnahme und Verteilung, aus Einnehmen und Ausgeben. Die Erklärung für alle menschliche Not (die in den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der letzten 200 Jahre bis heute und in der theologischen Sackgasse der orthodoxen Kirchen einen konzentrierten Ausdruck findet) liegt darin, daß genommen wurde und nicht gegeben, angenommen und nicht mit anderen geteilt, zusammengerafft und nicht verteilt. Das ist ein Verstoß gegen das große Gesetz, der die Menschheit schuldig werden ließ. Der Krieg ist die schreckliche Strafe, welche die Menschheit für die große Sünde des Separatismus hat erleiden müssen. Von der Hierarchie kommende Eindrücke sind aufgenommen, entstellt, falsch angewandt und ausgedeutet worden, und nun ist es die Aufgabe der Neuen Gruppe der Weltdiener, dieses Übel zu beseitigen. Diese Diener sind für die Menschheit das, was die Buddhas der Tätigkeit für Shamballa, und die göttlichen kontemplativen Wesen (die Nirmanakayas) für die Hierarchie sind.

Alica A. Bailey, Telepathie und der Ätherkörper, 54

Die Studierenden der Theologie brauchen größeres Wissen

DAS STUFENWEISE ERSCHEINEN DER HIERARCHIE

Die subjektive Grundlage der neuen Weltreligion

Einleitende Feststellungen

r Dezember 1919

Die Gedankenformen, die sich als die Religion des Neuen Zeitalters materialisieren werden, bestehen bereits auf der Mentalebene und sind im Begriff, in der äußeren Welt Gestalt anzunehmen. Ihre Merkmale und Tendenzen sind in großen Zügen schon erkennbar. Die weisen Führer der Menschheit, die unter der Oberleitung Christi wirken und arbeiten, wissen, daß das Volk stets eine äußere Form braucht. Sie sind jetzt bestrebt, von den alten Formen und Grundmerkmalen gerade nur so viel beizubehalten, als sich mit der Evolution und dem Fortschritt vereinbaren laßt. Was die Großen Seelen im Westen zu brechen suchen, ist nicht die Erscheinungsform des Christentums, sondern die Macht der Kirchen, mit der sie das Denken der Massen beherrschen. Die alten Gedankenformen und Auslegungen behindern und umklammern allzu sehr das eingekerkerte Leben, das nach Freiwerden und Höherentwicklung strebt. Dieses Leben muß zum Durchbruch kommen, es darf nicht durch alte, überholte Ansichten beschränkt und in seiner Entfaltung gehemmt werden. Trotzdem besteht vorderhand nicht die Notwendigkeit, etwas ganz Neues zu riskieren und die Wahrheit in einem völlig neuen Gewande darzustellen. Natur und Evolution bewegen sich in allmählichen Übergängen, nicht in plötzlichen Sprüngen oder willkürlichen Manifestationen. Bei allen fortschrittlichen Entwicklungen

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lassen sich die alten Züge oder Merkmale erkennen — erweitert, gereinigt und verschönt; es sind die alten Formen, aber auf einer höheren Windung der Spirale. Nicht die verschrobenen Kulte, nicht die vielen und verschiedenartigen Sekten, und ebensowenig die fortschrittlichen religiösen Revolutionäre können die große Not der [13-503]  vielen Wißbegierigen beheben. Die alten Formen müssen mit neuem Leben erfüllt werden, das ist jetzt notwendig. Man muß den alten Organisationen begreiflich machen, daß es an der Zeit ist, aus der Erstarrung aufzuwachen und sich in einen lebendigen Organismus umzuwandeln. Die alten Riten müssen wieder eingeführt und neu belebt werden, und sie müssen (im esoterischen Sinn) der neuen Zeit angepaßt werden. Die Studenten der Theologie müssen einen höheren Ausbildungsgrad erreichen und ein größeres Wissen erlangen; man muß ihnen die okkulten Auffassungen und Auslegungen mitteilen und ihnen klarmachen, daß doch die Wahrheit zu jeder Zeit gegenwärtig war und ist, aber verhüllt und irrig ausgelegt.

Es ist sicher leichter, die Massen zu gewinnen und ihnen das neuere Licht der Wahrheit zu bringen, wenn dieses auf vertrauten Boden fällt. Allen Menschen muß die Möglichkeit gegeben werden, zu sehen und zu hören, den Wert und die Bedeutung der Realität abzuwägen und zu beurteilen. Man darf nicht bloß zwei oder drei Persönlichkeiten von besonderer Bedeutung oder nur solche Menschen in Betracht ziehen, die den Mut zum Fortschritt haben und vorangehen; vielmehr muß die Wahrheit den Menschen in einer solchen Weise dargestellt werden, daß sowohl den fortschrittlichen Denkern und wißbegierigen Fragestellern, als auch den reaktionären Massen die Möglichkeit geboten wird, so viel davon zu erfassen, wie es ihrer Aufnahmefähigkeit entspricht. Tat das nicht auch der größte aller Meister seinerzeit in der Synagoge und in der Gemeinschaft seiner Jünger?

Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 13-603

[finde meine Notiz auf dieser Seite: „Standort Salzburg: Theologische Fakultät, 21.7.92]

DIE WIEDERKUNFT WIRD HIER BEREITS im DEZEMBER 1919 erwähnt, praktisch zu Beginn der Arbeit DK’s mit AAB !!

DK und Christus

Ich möchte euch daran erinnern, daß ich an die großen geistigen Realitäten unbedingt glaube; für mich ist der sich entfaltende Geist des Menschen ein unwiderlegbarer Beweis für die Existenz des „Einen, in dem wir leben, uns bewegen und unser Dasein haben“. Ich spreche als einer, der an Christus glaubt, der ihn liebt und der weiß, daß er der Meister aller Meister und Lehrer der Engel und Menschen ist. Ich sehe in Christus den höchsten Ausdruck des Göttlichen auf Erden und kenne das Ausmaß seines Opferwerkes für die Menschheit; ich kenne auch die wundervolle Offenbarung, die er gebracht hat, und ich weiß, daß er bald wiederkommen und in den Herzen der Menschen die geistige Herrschaft antreten wird. Ich weiß, daß er an den großen steinernen Tempeln, die ihm die Menschen errichtet haben, keine Freude hat, solange sein Volk ohne Anleitung fürs praktische Leben oder ohne vernünftige Belehrung bleibt. Ich weiß auch, wie schmerzlich er es empfindet, daß die von ihm gelehrte Einfachheit und der gerade, schlichte Weg zu Gott, den er besonders betont hat, im Lauf der Jahrhunderte im Nebel theologischer Lehren und Meinungen verlorengingen. Er sieht, wie der wahre Sinn seiner Worte im Labyrinth kirchlichen Denkens und Deutens verlorenging und wie seine einfache Lehre, den Weg zu Gott zu gehen, durch Pomp und kunstvolle Zeremonien ersetzt wurde.

Kurz gesagt: Wegen [13-404] der vielen verschiedenen Glaubensbekenntnisse und Sekten in Ost und West und wegen der theologischen Streitereien über Worte, Sätze und Auslegungen bleiben die sich entwickelnden Söhne Gottes ohne die notwendige Hilfe, um mit Christus und seiner großen Jüngergruppe — den geistigen Führern der Menschheit — in Berührung zu kommen; dem Sucher wird der Weg zum lebendigen Christus, der die Liebe Gottes zum Ausdruck bringt, nicht klar verständlich gemacht. Die beiden großen Gottessöhne (der eine im Osten, der andere im Westen) repräsentieren zusammen in vollendeter Weise die Gottheit; ihr Leben und ihre Worte sind Bürgschaften für die Möglichkeiten, die im menschlichen Geist schlummern.

Die Geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 13-487