Der wahre Ashram

Der wahre Ashram (von dem die zukünftigen äußeren Ashrame nur Widerspiegelungen sein werden), ist kein Diskussionsgegenstand für den niederen, konkreten Denkaspekt. Er ist ein Brennpunkt der Empfangsbereitschaft, er umfaßt die Bemühung, durch ein vereintes Erkennen der Vision, der esoterischen Grundlage des Lebens und der Gesetze, die das Handeln beherrschen, gegenseitige Fühlung herzustellen. Er ist jedoch kein Ort für lange und schweigende Meditationsprozesse, denn er ist ein Spannungspunkt, wo die zeitlose Wahrheit in ihren mehr esoterischen Aspekten gemeinsam besprochen wird, wo die Natur der Seelenbeziehung erkannt wird, und wo die Verschmelzung von Auren und die Verbindung der „Dreiecke“ bewußt vor sich geht. Ein Ashram ist der Geisteszustand einer geistigen Gruppe. Er ist ein Punkt gemeinsamen Denkens; er ist ein Zentrum, in dem die Vision, aber keine Arbeitsmethoden der physischen Ebene klargestellt werden. Wenn Jünger lernen, sich in den Ashram eines Meisters zu integrieren, dann entdecken sie, daß sie als erstes eine grundlegende Harmonie zwischen sich selbst und ihren Mitjüngern herzustellen haben und den Kontakt zwischen ihrer eigenen Seele, der ashramischen Gruppe und dem Meister verstärken müssen. Dann lernen sie, durch Diskussion und Experiment das Wesen der Energien, die Weltausdruck suchen, und die Natur der Kräfte, die zur Machtlosigkeit abgeschwächt werden müssen, zu verstehen, wenn diese neu hereinkommenden Energien sich als wirksam erweisen sollen, die erwünschten Veränderungen nach dem Plan herbeizuführen.

Sie lernen auch, daß sie selbst als einzelne weder ein Schwäche noch eine Stärke besitzen, die dem „Blick“ der Gruppe nicht unterbreitet werden darf; auf diese Weise gelangen sie zum Abstreifen aller „Schleier“, die es dem klaren Licht der Seele verwehren,

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 hervorzuleuchten. Das Ziel aller Arbeit, die im Ashram von irgendeinem der Meister geleistet wird, ist WAHRHEIT, auf allen Stufen und jederzeit. Wenn Jünger auf diese Weise lernen, vom Punkt oder Zentrum des Lichts, des Verstehens und der Wahrheit aus, in das sie immer mehr eingegliedert werden, zu arbeiten, dann werden ihre exoterische Brauchbarkeit und ihr wirksamer Dienst außerordentlich gefördert werden; sie werden als Gruppe wissen, was getan werden muß und schließlich erfahren, daß es getan wird.

Alice A. Bailey, Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Band I, 707

Die Arbeit in den Ashrams

Aber alle Ashrams, gleich welchen Strahls, müssen drei grundsätzliche Bedingungen erfüllen, die ihre Arbeit bestimmen und kennzeichnen. Es sind dies:

1. Eine innere Gruppeneinheit, die ein verständnisvolles Einvernehmen zwischen den verschiedenen Ashrams fördert. Wenn eine Gruppe ein gemeinsames Ziel hat, so erwachsen daraus eine loyale Gesinnung gegenüber der Hierarchie und ein einheitlich diszipliniertes Leben. Ich sagte k einheitlich /k, meine Brüder, denn die Disziplinierung besteht im geistigen Streben und inspirierter Zielsetzung, und diese bewirken eine gleichartige, seelenerfüllte

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 Aktivität der Ashram-Mitglieder. Diese Aktivität ist natürlich mannigfaltig, je nachdem, auf welchem Strahl sich die

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Aspiranten und Jünger befinden und welche k Persönlichkeits-Tradition /k sie haben. Denkt über diese beiden Worte nach.

2. Übereinstimmung hinsichtlich des erstrebten Ziels. Damit meine ich ein richtiges Verstehen und Würdigen des hierarchischen Plans und den Beitrag, den jedes Ashram für dessen Verwirklichung auf Erden leisten muß. Außerdem muß im Ashram ein gleichzeitiger instinktiver und intuitiver telepathischer Kontakt mit den älteren Mitgliedern des Ashrams bestehen — mit den Meistern und Eingeweihten höheren Grades -, und durch diese mit Christus. Ich möchte hier darauf aufmerksam machen, daß in den letzten hundert Jahren alle Esoteriker in der Welt bestrebt waren, persönlich mit einem Meister in mentalen Kontakt zu kommen, denn der Aspirant muß das Ashram, mit dem er in Verbindung kommen will, selbst entdecken.

Alice A. Bailey, Die Geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 808

Die Ashrams in New York, London, Genf, Darjeeling und Tokio

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An anderer Stelle sagte ich schon, daß es derzeit fünf Orte gibt, von denen Energien ausströmen werden; es sind die Städte New York, London, Genf, Darjeeling und Tokio. Durch diese fünf Stellen können gelenkte Energien hindurchströmen, um den Schöpfungsprozeß auszuführen. Diese bilden einen fünfstrahligen Stern einander durchdringender Energien, ein Symbol für die hauptsächlichen Bereiche unserer modernen Zivilisation.

In einem jeden dieser fünf Zentren wird sich ein Meister mit seinem Ashram befinden, und dort wird ein Strudel geistiger Kräfte koordiniert werden, um die Pläne Christi für den kommenden Weltzyklus beschleunigt zu verwirklichen.

Der Aufbau dieser fünf Zentren wird langsam und schrittweise erfolgen. Ein älterer Jünger wird erscheinen und in Ruhe die Grundlagen für das Werk schaffen, und die notwendigen Mitarbeiter, Aspiranten und Hilfskräfte um sich scharen. Alle diese Mitarbeiter (in jedem Zentrum) werden im Denken geschult werden.

Wenn der neue Himmel und die neue Erde Wirklichkeit werden sollen, dann muß ein großer Erneuerungsprozeß in Gang kommen. Dieser Gedanke liegt der Lehre von den fünf irdischen Zentren zugrunde und läßt erkennen, welche Rolle sie beim Wiederaufbau und bei der Neugestaltung der Welt spielen werden.

Wenn in [13-676] den nächsten Jahren das hierarchische Vorhaben in die entscheidende Phase kommt, müssen Jünger und Aspiranten nach jenen Männern und Frauen Ausschau halten, die als Gruppe in (oder in der Nähe von) jenen fünf Städten nach geistigen Grundsätzen arbeiten und handeln.

Es gibt also fünf Orte, wo Ashrams äußerlich in Erscheinung treten und schließlich ihren Brennpunkt haben werden. Im Lauf der Zeit werden aus diesen fünf Zentren Neben- oder Hilfs-Ashrams hervorgehen, die von Jüngern und Eingeweihten der

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 Haupt-Ashrams gegründet und gefördert werden, welche die Repräsentanten der drei Haupt- und zweier Nebenstrahlen sind. Die Anwesenheit eines Senior- oder Weltjüngers in diesen Zentren wird also zur Gründung dieser Ashrams führen. Man darf nicht vergessen, daß dem Erscheinen einer Bewegung auf Erden eine erzieherische Propaganda vorausgeht. Daher wird zunächst einmal in jedem dieser Zentren ein Jünger auf dem zweiten Strahl in Aktion treten; ihm wird ein Jünger auf dem siebenten Strahl folgen. Bekanntlich sind alle weltweiten Bewegungen die äußeren Folgeerscheinungen (oder sichtbaren Auswirkungen) subjektiver Ideen, Vorstellungen und formulierter Gedanken; und das Erscheinen der Hierarchie auf Erden in sichtbarer Form bildet keine Ausnahme von dieser Regel.

Jünger dieser Ashrams wurden seit fast 150 Jahren für diese Aufgabe geschult. Einige von ihnen konnten die ursprüngliche Idee und Eingebung in völliger Reinheit und unbeeinflußt vom eigenen Denken bewahren und hielten unerschütterlich an dem hierarchischen Programm fest, so, wie es ihnen von ihren Meistern oder

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Senior-Eingeweihten dargestellt worden war. Andere wiederum besaßen keine so klare Urteilskraft oder kein so wirksames intuitives Wahrnehmungsvermögen. Obwohl sie gewisse Grundideen, wie z.B. Welteinheit oder Lenkung der Welt durch eine Hierarchie auf verschiedenen Rangstufen, erfaßt hatten, verzerrten sie die Wahrheit und entwickelten die vielen Ideologien, welche die Welt im vorigen Jahrhundert zugrunde gerichtet haben. Aber sogar diese Verzerrung hatte ihr Gutes, denn die Hierarchie verdoppelte daraufhin ihre Anstrengungen, um die üblen Folgen zu bekämpfen. Auch der Entwicklungsprozeß wurde beschleunigt, so daß viele ernsthafte und willfährige Aspiranten den Grad eines angenommenen Jüngers erreichten.

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 803