Herz und Kehlzentrum als Synthese benutzen

Das Kehlzentrum ist recht eigentlich das Zentrum oder Medium allen schöpferischen Wirkens. Herz und Kehle müssen jedoch schließlich in ihrer Synthese benutzt werden. Schon früher gab ich den Grund dafür mit den folgenden Worten an: Nur aus dem Herzzentrum können wirklich jene Energieströme kommen, die zusammenführen und verbinden. Deshalb habe ich gewisse Meditationen angegeben, die das Herzzentrum (zwischen den Schulterblättern) zur Tätigkeit anregen sollten; dabei verbindet es sich mit dem Kopfzentrum, und zwar mit Hilfe der im Kopfzentrum (dem tausendblättrigen Lotos) befindlichen höheren Entsprechung des Herzzentrums. Wenn dieses Herzzentrum sich in entsprechend magnetischem und strahlendem Zustand befindet, bringt es die Jünger miteinander und mit allen Menschen in der Welt in Verbindung. Es wird auch jenen telepathischen Austausch ermöglichen, der so sehr erwünscht ist und der einen so aufbauenden Wert für die geistige Hierarchie hat — vorausgesetzt, daß er in einer Gruppe von verpflichteten Jüngern zustandekommt,

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die sich dem Dienst an der Menschheit verschrieben [11-19] haben. Ihnen kann man dann vertrauen. (Aus: Alice A. Bailey, Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Bd. I, 87)

Alice A. Bailey, Telepathie und der Ätherkörper, 26

Die niederen Feuer

Ich habe mich mit diesem Vorgang deshalb eingehender befaßt, weil durch Atemübungen die durch die „Nadis“ strömenden Kräfte ganz deutlich k fortbewegt /k und – meistens vorzeitig – umgebildet werden. Atemübungen beschleunigen sowohl das Niederreissen der Schutzwälle, welche vier Kräfte von der fünften Energie trennen, als auch das Durchbrennen der schützenden ätherischen Gewebe, die sich entlang der Wirbelsäule befinden. Wenn dies eintritt, solange der Akzent des Lebens noch unterhalb des Zwerchfells liegt, und wenn der Betreffende noch nicht einmal ein Aspirant oder besonders intelligent ist, dann verursacht dies eine Überreizung des Geschlechtslebens, und das Tor zur Astralebene öffnet sich; daraus ergeben sich viele physische Störungen und Krankheiten. Im okkulten Sinne „werden die niederen Feuer losgelassen und der Mensch wird vom Feuer verzehrt“, anstatt daß er, wie es beabsichtigt ist, „zum brennenden Busch wird, der ewig lodert und nicht zerstört werden kann“. Findet dieser Feuerprozess durch erzwungene Maßnahmen statt und steht er nicht unter richtiger Anleitung, dann müssen unbedingt Schwierigkeiten auftreten. Wenn der Mensch auf dem Läuterungs- oder Bewährungspfad steht oder sich im Frühstadium der Jüngerschaft befindet, in welchem seine Zielsetzungen grösstenteils k oberhalb /k des Zwerchfells liegen, dann besteht die große Gefahr, daß überentwickelter Egoismus, Überreizung des Herzzentrums (gefolgt von Herzkrankheiten aller Art und von Gemütsreaktionen über Gruppenzustände), Schilddrüsen- und Gehirnstörungen sowie Affektionen, die hauptsächlich von der Zirbeldrüse ausgehen, auftreten.

Ich könnte hier gewisse Atemübungen angeben, die dem einen oder anderen helfen würden, seinen Vitalkörper – und folglich seinen Ätherkörper – zu reorganisieren, aber die damit verbundenen

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Gefahren, welche die meisten meiner Leser zu gewärtigen hätten, erlauben das nicht. Der alte Grundsatz, daß Aspiranten ihren Weg in eine esoterische oder Mysterienschule finden müssen, hat noch immer seine Gültigkeit. Alles, was ich tun kann – und schon getan habe – ist, bestimmte Richtlinien zu geben und gewisse Regeln anzugeben, die sicher und wohlbekannt sind und die Grundlage für fortgeschrittene Methoden bilden, die unter sorgfältiger persönlicher Überwachung angewandt werden müssen. Aus diesem Grunde müssen, sobald die gegenwärtige Weltkrise einmal vollkommen beendet ist, richtiggehende esoterische Schulen gegründet werden. Solche bestehen bis k jetzt noch nicht /k. Heute arbeiten Aspiranten und Jünger in den modernen esoterischen Schulen (wie z.B. in der Arkanschule und in der esoterischen Gruppe der theosophischen Gesellschaft – um zwei der wichtigsten anzuführen), wo sie einige grundlegende esoterische Wahrheiten verstehen lernen und beginnen, ihre Gefühlsnatur und Denkkraft zu beherrschen. Sie werden darin geschult, ihren Körper zu läutern und die Grundvoraussetzungen der zeitlosen Weisheit zu erfassen. Sie stehen dann praktisch unter der inneren Leitung eines älteren Jüngers, der die erforderliche nächste Wahrheit kennt, da er in sich den „Kontaktsinn“ und die Kraft intuitiver Wahrnehmung entwickelt hat. Nur einige wenige Menschen arbeiten hie und da tatsächlich unter der Führung eines Meisters. Nur in dem Fall, wenn ein geistiger Führer da ist, der weiß, von welchen Strahlen ein Mensch bestimmend beeinflußt wird, und Der die astrologischen Hinweise über eines Menschen „Lebenspfad“ versteht, können die wahren, aber gefährlichen Regeln bekanntgegeben werden, die folgende Resultate zeitigen:

1. Richtige Energieverteilung.

2. Konzentrierung der Kräfte in den Zentren.

3. Verbrennen der Isolierungswälle und des Äthergewebes, das die Zentren abteilt.

4. Emporheben der Energien in immer höhere Körperschichten durch die Kraft des zielgesteuerten Willens.

Viele Schwierigkeiten, welche die heutigen Mystiker und Okkultisten durchzumachen haben, hängen mit der Tatsache zusammen, daß sie buchstäblich „mit dem Feuer spielen“, ohne es zu wissen;

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daß sie sich, nicht an die richtige, ordnungsgemässe Reihenfolge der oben angegebenen Entwicklung halten; daß sie Übungen und Methoden anwenden, für die sie noch nicht herangereift sind, die dem westlichen Körpertypus noch nicht angepaßt sind und denen sie blindlings folgen, ohne den Vorgang und die Folgen auch nur im geringsten zu verstehen. Solange sie die Grundregel noch nicht erfaßt haben, daß „dem Gedanken Energie folgt“, sind sehr schlimme Folgen unausbleiblich. Der Mystiker z.B., der seine Gedanken auf Christus eingestellt hat, der sich ihn irgendwo hoch im Himmel thronend, also außerhalb von sich! vorstellt und ihn als das Ziel all seiner Wünsche ansieht, ist oft ein schwächlicher, physisch kranker Mensch. Warum ist das so? Weil die Energie, die in ihn einströmen und den ganzen Organismus durchfluten möchte, nur bis zum Herzzentrum kommen kann. Von hier wird sie nämlich dauernd zur Umkehr veranlaßt und durch die gerichtete Denkkraft aus dem physischen Körper hinausgetrieben. Für ihn befindet sich Christus irgendwo an einem fernen Ort. Des Mystikers Gedanken liegen außerhalb seiner selbst und folglich muß die Energie seinen Körper verlassen. Es ist ein unter Eingeweihten oft diskutiertes Thema, ob die allgemein geschwächte Verfassung der Menschheit nicht zum Teil der Tatsache zuzuschreiben sei, daß das menschliche Streben und Denken dauernd auf irgend ein äusseres Objekt gerichtet war, anstatt (wie es sein sollte) sich auf das Lebens- und Liebeszentrum im Inneren eines jeden Menschen zu richten, und daß dieser Umstand den Menschen vieler so dringend benötigter Energien beraubt hat. Obwohl den Menschen jahrhundertelang gelehrt wurde: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“, haben die Völker im Westen weder diese grundsätzliche Wahrheit angenommen noch darauf hingearbeitet, sondern haben die Wirklichkeit k draussen /k gesucht und ihre Gedanken nur auf die Persönlichkeit des k Einen /k gerichtet, der ihnen diese große Wahrheit verkündet hat. Niemals wünschte oder suchte er der Menschen Hingabe und Verehrung seiner Person. Für diese Verzerrung der Wahrheit mußte der Alltagsmystiker immer wieder

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den Preis eines entkräfteten Körpers und mit seinem Unvermögen zahlen, ein völlig irdisches und doch göttliches Leben auf Erden zu führen.

Alice A. Bailey, Esoterische Psychologie, Band II, 595 engl.

Die Chakras lernen

3. Die intuitive Telepathie entwickelt sich auf dem Pfade der Jüngerschaft. Sie ist mit ein Lohn wahrer Meditation. Das Gebiet, das damit zu tun hat, ist der Kopf und die Kehle; die drei Zentren, die hierbei zur Tätigkeit gebracht werden, sind: das Kopfzentrum, als Empfänger von Impressionen aus höheren Quellen, das Ajnazentrum, als Empfänger der idealistisch-intuitiven Eindrücke; das Ajnazentrum kann dann das Aufgenommene und Erkannte „aussenden“, wobei es das Kehlzentrum als den schöpferischen Former von Gedanken und als den Faktor benützt, der die erfühlte oder intuitiv erfaßte Idee Gestalt annehmen läßt.

Es wird euch daher klar werden, wie notwendig es ist, eine bessere Erkenntnis über die Wirksamkeit der Zentren, so wie sie in der Hindu-Philosophie im Einzelnen behandelt werden, zu gewinnen. Solange nicht etwas wirkliches Verständnis dafür besteht, welche Rolle der Vitalkörper als Sender und Empfänger für Gefühle, Gedanken und Ideen spielt, solange wird man auch nur geringe Fortschritte im rechten Verstehen der Mitteilungsmethoden erzielen.

Alice A. Bailey, Telepathie und der Ätherkörper, 27

Ort der Zentren

An R.V.B., November 1931

Meine Worte für dich, mein Bruder, lauten folgendermaßen: Du bist in diesem Leben zu einem größeren Maß von Befreiung fortgeschritten als deine Seele oder diejenigen, welche auf der inneren Seite des Lebens beobachten, es vorausgesehen hatten. Die große Gelegenheit hat sich dir aufgetan und du hast sie ergriffen. Ich habe in deiner Aura nach dem gesucht, mit dem ich mich befassen sollte, und meine Botschaft für dich ist vielleicht unerwarteter Art: Es ist die Mitteilung über Geschwindigkeit. Du solltest weder hastig sein, noch solltest du mit unangemessener Eile in Erfahrungen hineinstürmen, aber die Schwingung, die stetig und bewußt beschleunigt wird, führt zur Macht. Deine äußere Demonstration bringt das innere pulsierende Leben nicht völlig zum Ausdruck; die Tätigkeit deiner Seele wird durch deine Bewegungen auf der physischen Ebene begrenzt. Eine schnellere harmonische Vereinigung zwischen dem Äußeren und dem Inneren ist erforderlich, jedoch nicht auf Kosten deiner erreichten Ausgeglichenheit noch deiner wirklich ausgezeichneten Tüchtigkeit. Du wirst wissen, wovon ich spreche, denn in deinen hohen Augenblicken beunruhigt dich deine langsame Reaktion auf die Dinge, die innerlich empfunden werden. Du besitzest Ausgeglichenheit, Mut und Wissen und der „Weg des Jüngers“, den der Jünger gehen muß, ist dir bekannt, aber die Zellen des physischen Körpers bedürfen einer schnelleren Sensibilisierung und zwar dadurch, daß du Energie hineinbringst und nicht durch Diät oder andere Mittel der physischen Ebene. Sende während der nächsten sechs Monate die Energie,

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mit der du in Berührung kommen wirst, zum Kehlzentrum – nicht zu der physischen Kehle, sondern zu dem Zentrum, das hinter dem physischen Organ hoch oben in der Wirbelsäule und doch gänzlich außerhalb des physischen Körpers liegt. Dieser Tatsache sollten sich alle Jünger erinnern. Die sieben Energiezentren befinden sich etwa sieben bis acht Zentimeter hinter ihren gewöhnlich angedeuteten Stellen. Wenn dies im Gedächtnis behalten wird, dann wird viel physiologische Gefahr vermieden. Geschwindigkeit der geistigen Reaktion in allen Zellen des Körpers ist das Wort für dich, mein Bruder. …

Geh voller Kraft (die du hast), und im Frieden (den du besitzest), und innerlich ausgeglichen vorwärts. Dir werden Atemübungen viel helfen.

Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Band I, 05-263

Meditation – Schutz vor Menschen

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Du mußt es lernen, dich im psychischen Sinn vor Menschen zu schützen. Dieser Schutz kann auf verschiedenartige Weise hergestellt werden. Ich könnte dich selbst mit einem schützenden Schild umgeben, ziehe es jedoch vor, dies nicht zu tun, denn du würdest nichts dabei lernen. Du mußt die Arbeit selbst tun, und sie macht im Grund die Transmutation des Kreuzbeinzentrums (nicht des Sonnengeflechts, wie du naturgemäss denken könntest) zum Kehlzentrum erforderlich. Im Kreuzbeinzentrum liegen die alte rassische Furcht und tiefgründige persönliche Wünsche. Denke nicht über das Kreuzbeinzentrum nach, denn das würde diese alten Erbschaften an die Oberfläche bringen. Bringe deine Arbeit vielmehr mit dem schöpferischen Kehlzentrum in Beziehung. Dann verrichte die folgende Übung:

1. Laß das OM als Seele, die ihren Brennpunkt im Ajnazentrum hat, innerhalb des Kehlzentrums ertönen.

2. Sieh (mit der schöpferischen Vorstellungskraft) das Kehlzentrum als ein leuchtendes vibrierendes, strahlendes Reservoir und k wisse /k, daß es so ist.

3. Dann sende einen breiten und lebenskräftigen Energiestrom von diesem Zentrum aus die Wirbelsäule hinab zum Kreuzbeinzentrum in der Wirbelsäule, während du den Strom in deinem Bewußtsein unversehrt bewahrst, damit kein Teil von ihm zu den physischen Gegenstücken des Kreuzbeinzentrums, den Geschlechtsdrüsen, abgelenkt wird.

4. Dann sieh das Kreuzbeinzentrum (in der Wirbelsäule) als ein leuchtendes Energiereservoir, aber als Energie, die von physischer schöpferischer Tätigkeit zum Zweck der Zerstörung der alten rassischen Furcht in der Welt abgelenkt wird. Dann projiziere diese Energie in die Welt der Menschen hinaus, um bei der Zerstörung von Furcht zu helfen.

5. Dann, wenn du dein Bewußtsein von neuem positiv im Ajnazentrum bestätigst, ziehe deine Aufmerksamkeit vom Kreuzbeinzentrum und Kehlzentrum zurück und laß das OM – als lenkender Jünger – siebenmal langsam und lautlos ertönen.

Gebrauche diese Übung so oft es nottut, aber im Augenblick und sechs Monate lang gebrauche sie täglich. Du wirst überrascht sein, was sie für dich tun wird.

Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Band II, 06-747

Laya-Yoga

Laya Yoga

Der tibetanische Meister Djwhal Khul, durch den die Welt die Alice Bailey Lehren erhielt, schrieb über eine besondere Form des Laya-Yoga — den Yoga der Energien — und erwähnte, daß dieser im kommenden Wassermannzeitalter bekannt wird.

Transmissions-Meditation ist diese besondere Form des Laya-Yoga. Sie ist eine Kombination von zwei Yoga-Arten: Laya-Yoga, dem Yoga der Energien und Karma-Yoga, dem Yoga des Dienstes. Sie führt die beiden wirksamsten Entwicklungsmethoden, die man kennt, zusammen.

Maitreyas Mission, Band II, mm2-474

Vom Mystiker zum Okkultisten und Yogi

Im Verlauf der Entfaltung geht die Entwicklung des Herzens der Entwicklung des Kopfes voraus. Die Emotionalnatur und die Sinne entfalten sich früher als das Denkvermögen; das wird uns ganz klar, wenn wir die Menschheit als ein Ganzes betrachten. Das Herzzentrum öffnet sich früher als das Kopfzentrum. Bevor Macht ohne Gefahr ausgeübt werden kann, muß erst die Kraft der Liebe entwickelt sein. Darum muß das Licht der Liebe bereits entflammt sein, bevor das Licht des Lebens bewußt benutzt werden kann.

Wenn das Lotoszentrum im Herzen sich öffnet und die Liebe Gottes enthüllt, findet durch Meditation eine gleichzeitige Entfaltung des Kopfzentrums statt. Die zwölfblättrige Lotosblüte im Kopf (die höhere Entsprechung des Herzzentrums, der Mittler zwischen der zwölfblättrigen Lotosblüte des Ego auf seiner eigenen Ebene und dem Kopfzentrum) erwacht. Die Zirbeldrüse wird allmählich aus einem Zustand der Atrophie zur vollen Wirksamkeit gebracht, und der Schwerpunkt des Bewußtseins wird aus der Emotionalnatur in das Bewußtsein des erleuchteten Denkens verlagert. Das ist der Übergang des Mystikers zum Weg des Okkultisten, wobei dem Mystiker das bisher erworbene Wissen und Gewahrsein

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nicht verloren geht; er fügt dann das intellektuelle Wissen und die bewußten Fähigkeiten des geübten Okkultisten und Yogis hinzu.

Von diesem Punkt der Macht im Kopf aus lenkt der Yogi alle seine Angelegenheiten und Unternehmungen, indem er auf alle Geschehnisse und Probleme das „erweckte innere Licht“ richtet. Dabei läßt er sich von der Liebe, von der Einsicht und der Weisheit leiten, die er besitzt, da er seine Liebesnatur umgewandelt, sein Herzzentrum erweckt und die Feuer des Sonnengeflechts ins Herz geleitet hat.

Der Yoga-Pfad, 23-294

Yoga – Meditation – Dienst

In allen esoterischen Schulen steht natürlich — und mit Recht — die Meditation im Vordergrund. Technisch gesprochen ist die Meditation ein Vorgang, bei dem das Kopfzentrum erweckt, unter Kontrolle gebracht und benützt wird. Sobald dies der Fall ist, kommt zwischen Seele und Persönlichkeit eine harmonische Übereinstimmung, eine völlige Integration, zustande; diese bewirkt, daß in den Aspiranten ein gewaltiger Strom geistiger Energie hereinströmt, der sein ganzes Wesen belebt und anspornt und das latente Gute, aber auch das Böse an die Oberfläche bringt. Gerade darin liegt ein Grossteil des Problems und der Gefahr. Daher legt man in den wahren Schulen soviel Nachdruck auf Reinheit und Wahrheit. Der physischen Reinheit wurde zuviel Bedeutung beigemessen; dagegen wurde nur ungenügend die Notwendigkeit betont, jede Art von Fanatismus und Intoleranz zu meiden. Diese beiden Faktoren behindern den Studierenden weit mehr als unrichtige Diät,

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und sie nähren das Feuer des separatistischen Denkens mehr als irgendein anderer Umstand.

Meditation bedingt, daß man ständig und jeden Tag ein zielbewußtes Leben führt. Das überanstrengt zwangsläufig die Gehirnzellen, denn es bringt ruhende Zellen zur Aktivität und stimuliert das Gehirnbewußtsein für das Licht der Seele. Wenn die Meditation regelmäßig und jahrelang ausgeübt und durch eine meditative Lebensweise sowie durch zielbewußtes dienen ergänzt wird, erfährt das ganze System einen guten Ansporn und Antrieb, so daß der niedere Mensch unter den Einfluß und die Kontrolle des geistigen Menschen kommt. Die Meditation erweckt auch die Kraftzentren im Ätherkörper und stimuliert die geheimnisvollen Energieströme, die am unteren Ende der Wirbelsäule schlummern. Wenn dieser Prozeß bedachtsam unter Anleitung und Einhaltung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen eine lange Zeit hindurch fortgesetzt wird, dann besteht kaum eine Gefahr; die Belebung erfolgt in normaler Weise gemäß dem Gesetz des Seins. Wenn jedoch diese Stimulierung forciert betrieben und durch verschiedenartige Übungen beschleunigt wird, bevor der Studierende dafür reif ist und bevor seine Körper koordiniert und entwickelt sind, dann droht dem Aspiranten Unheil. Atemübungen oder Pranayama-Training sollten erst nach einer jahrelangen geistigen Lebensweise, Hingabe und Diensttätigkeit unternommen werden, und auch dann nur unter fachmännischer Anleitung. Die Konzentration auf die Zentren im Kraftkörper (mit der Absicht, sie zu erwecken) ist unter allen Umständen zu vermeiden; das führt zu Überstimulierung und öffnet die Tore zur Astralebene, die der Studierende nur mit großer Mühe wieder schließen könnte. Den Aspiranten in allen okkulten Schulen kann ich nicht nachdrücklich genug ans Herz legen, daß der Yoga für diese Übergangszeit der Yoga zielbewußten Strebens, zielstrebiger Absicht, des ständig geübten Bewußtwerdens der göttlichen Gegenwart sowie der regelmäßigen Meditation ist, die systematisch und jahrelang ausgeübt wird.

Wenn dies mit innerer Losgelöstheit geschieht und gleichzeitig ein Leben liebenden dienens geführt wird, dann gehen das Erwecken der Zentren und das Emporheben des schlummernden Kundalinifeuers ungefährdet und vernünftig vor sich; das ganze System kommt so in den Zustand lebendiger Wirksamkeit.

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Ich möchte die Studierenden nachdrücklich davor warnen, intensiv stundenlang zu meditieren oder Übungen zu betreiben mit dem Ziel, ein bestimmtes Zentrum zu erwecken oder das Kundalini-Feuer zu erregen. Die allgemeine Stimulierung in der Welt ist jetzt so stark, der Durchschnittsaspirant ist so sensitiv und so fein organisiert, daß übertriebenes Meditieren, fanatische Diät, verkürzte Schlafruhe oder ein übermäßiges Interesse an psychischen Erlebnissen das mentale Gleichgewicht stört und oft einen nicht wieder gutzumachenden Schaden anrichtet.

Die Studenten in esoterischen Schulen sollen unbeirrt, still und ohne Emotionen ans Werk gehen; sie sollten allzulange Studien- und Meditationszeiten vermeiden. Ihre Körper können die erforderliche Spannung noch nicht aushalten und würden nur geschädigt. Sie sollen ein normales werktätiges Leben führen, jedoch im Drang der täglichen Pflichten und Dienstleistungen nicht vergessen, wer sie dem innersten Wesen nach sind und welche Ziele sie erstreben. Sie sollen jeden Morgen regelmäßig meditieren, in der ersten Zeit fünfzehn Minuten lang, aber niemals länger als vierzig Minuten. Sie sollen selbstlos dienen, ohne an die eigene psychische Entwicklung zu denken. Sie sollen ihre Denkkraft durch ein Studium im normalen Rahmen schulen, sollen lernen, klug und verständig zu denken, so daß sie ihre Gefühle durch ihre Denkkraft im Gleichgewicht halten und all das richtig auslegen können, womit sie in Kontakt kommen, und zwar in dem Maß, in dem ihr Wahrnehmungsvermögen zunimmt und ihr Bewußtsein sich erweitert.

Die Geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, S. 13-17

Krebs als Ursache von gestauter Energie in den Zentren

Krebs ist eine Krankheit, die ganz eindeutig mit den Zentren zusammenhängt; man wird entdecken, daß das betreffende Zentrum in dem vom Krebs befallenen Bezirk überaktiv ist, so daß natürlich in verstärktem Maß Energie durch die damit verbundene Körpersubstanz strömt. Diese Energie und die Überreizung eines Zentrums mag nicht nur von der Tätigkeit des Zentrums und dessen Ausstrahlung herrühren, sondern kann auch die Folge einer Unterdrückung sein, die der Wirksamkeit eines bestimmten Zentrums vom Denken her auferlegt wird. So staut sich die Energie und so ergibt sich wieder, daß zuviel konzentrierte Energie in einer bestimmten Region angesammelt wird. Eine der Hauptquellen für Krebs in Beziehung zum Sakralzentrum und daher zu den Geschlechtsorganen ist bei übel beratenen Aspiranten die gutgemeinte Unterdrückung des Geschlechtslebens und aller Gedanken gewesen, die mit diesem zusammenhängen; es sind jene Menschen, welche die mönchische Zölibatslehre des Mittelalters für die Linie des geringsten Widerstandes halten. In jener Zeit lehrten fromme Menschen, daß das Geschlechtsleben böse und unmoralisch sei, etwas, das nicht erwähnt werden dürfe, eine mächtige Quelle für Leid und Ungemach. Normale Reaktionen wurden heftig unterdrückt, anstatt beherrscht und in schöpferische Tätigkeit umgewandelt zu werden; es durften keine Gedanken über das Geschlechtsleben zum Ausdruck kommen. Dennoch folgt die Energie der Richtung der Gedanken. Die Folge war, daß diese besonders stark magnetische Energieart eine immer größere Anzahl von Zellen und Atomen an sich zog; darin liegt die Ursache für die Tumore, Gewächse und Krebsarten, die heute so stark überhandnehmen. Dasselbe gilt für die gewaltsame Hemmung, die ein Aspirant allen emotionellen Reaktionen und Gefühlen auferlegt. In dem Bemühen, den Astralkörper zu beherrschen, nehmen diese Leute ihre Zuflucht zu direkter Hemmung und Unterdrückung. Dadurch wird das Solarplexuszentrum zu einem großen Sammelbecken für Energie, die mit drastischen Mitteln zurückgehalten wird. Eine Umwandlung der Emotionen in geistiges

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Streben, Liebe und gelenkte Beherrschung findet nicht statt und so ruft die Existenz dieses vibrierenden Kräftereservoirs Krebs im Magen, in der Leber und manchmal im ganzen Unterkörper hervor. Ich erwähne diese Ursachen (Überaktivität eines Zentrums und die Zurückhaltung von unausgelebter, gehemmter Energie) lediglich als ergiebige Quellen für Krebs.

28 Zentren des Ätherkörpers

Der Ätherkörper ist ein Körper, der ganz aus Kraftlinien und aus Punkten besteht, an denen sich diese Kraftlinien kreuzen; diese Kreuzungspunkte bilden Energiezentren. Dort, wo sich viele solche Linien kreuzen, ist ein größeres Energiezentrum und dort, wo sich große Energieströme kreuzen, wie etwa im Kopf und entlang der Wirbelsäule, befinden sich die Hauptzentren. Es gibt sieben Hauptzentren, 21 geringere und 49 kleinere Zentren, die den Esoterikern bekannt sind. Hier wollen wir uns jedoch auf den Ätherkörper als ganzes und auf die sieben Hauptzentren beschränken. Trotzdem mag es für euch von Interesse sein, zu erfahren. wo die 21 kleineren Zentren liegen; sie befinden sich an folgenden Stellen:

Zwei liegen vor den Ohren, nahe der Stelle, wo die Kinnbacken zusammentreffen.

Je eines liegt gerade über jeder Brustseite.

Eines liegt an der Stelle, wo die Brustbeine zusammentreffen, in der Nähe der Schilddrüse. Dieses bildet mit den beiden Brustzentren ein Kräftedreieck.

Je eines liegt in jeder Handfläche.

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Je eines liegt in jeder Fußsohle.

Zwei liegen gerade hinter den Augen.

Zwei sind mit den Keimdrüsen verbunden.

Eines liegt in der Nähe der Leber.

Eines steht mit dem Magen im Zusammenhang; es ist daher mit dem Solarplexus verbunden, jedoch nicht identisch mit ihm.

Zwei sind mit der Milz verbunden. Eigentlich bilden sie ein einziges Zentrum, aber dieses entsteht dadurch, daß die beiden übereinander gelagert sind.

Je eines liegt in jeder Kniekehle.

Es gibt ein mächtiges Zentrum, das in engem Zusammenhang mit dem Vagusnerv steht. Es ist sehr stark und wird von manchen okkulten Schulen als ein Hauptzentrum angesehen; es liegt nicht an der Wirbelsäule, sondern in geringer Entfernung von der Thymusdrüse.

Eines liegt in der Nähe des Solarplexus und verbindet diesen mit dem Zentrum an der Basis der Wirbelsäule; dadurch wird ein Dreieck gebildet zwischen dem Sakralzentrum, dem Solarplexus und dem Zentrum an der Basis der Wirbelsäule.

Die beiden in dieser Übersicht genannten Dreiecke haben eine reale Bedeutung. Eines liegt über und eines unter dem Zwerchfell. Es ist natürlich klar, daß dort, wo die Kraft frei durch den Ätherkörper hindurch in den physischen Körper strömen kann, wenig Wahrscheinlichkeit für Krankheit oder Unwohlsein besteht. Es kann jedoch eine verstärkte Tendenz zu Beschwerden vorhanden sein, die durch Überreizung entstehen; daraus ergibt sich natürlich eine Überaktivität des Nervensystems mit allen Begleitproblemen. Diese Kräfte, die da in den dichten Körper Einlaß suchen, sind Strömungen, die aus drei Richtungen kommen (wenn ich einen solchen Ausdruck gebrauchen darf):

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1. Aus den Trägern der Persönlichkeit — dem Astral- und Mentalkörper.

2. Aus der Seele, wenn ein — erkannter oder unerkannter — Kontakt mit ihr hergestellt wurde.

3. Aus der Umwelt, der gegenüber die Träger der Seele und der Persönlichkeit als „Einlaßtore“ fungiert haben. Da dies gerade zur Sprache kommt, möchte ich eure Aufmerksamkeit darauf lenken, daß möglicherweise eine Beziehung zwischen diesen „Einlaßtoren“ und dem Ausdruck „Die Pforte der Einweihung“ besteht.