Die drei Phasen des Erscheinens der Hierarchie

Die Vorbereitungsarbeit (für das Erscheinen der Hierarchie) besteht also, soweit sie die Menschheit betrifft, aus drei Phasen. Es sind dies:

1. Die jetzige Zeit. In dieser Periode erfüllen einige Jünger und Eingeweihte, verstreut in der ganzen Welt, die wichtige Aufgabe, (das Alte) zu zerstören und (neue) Prinzipien

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zu verkünden. Sie sind die Wegbereiter für die erste organisierte Gruppe von Jüngern und Eingeweihten, die — aus bestimmten Ashrams kommend — das Werk in der zweiten Phase fortsetzen werden.

2. Nach den genannten Anstrengungen folgt als zweite Phase das erste wirkliche Hervortreten in die äußere Welt, planmäßig und in großem Maßstab. Diese Jünger und Eingeweihten werden die eigentlichen Baumeister der neuen Welt, der neuen Zivilisation sein; sie werden in den meisten Ländern die Führung übernehmen und in allen Bereichen des menschlichen Lebens hohe Stellungen einnehmen. Sie werden diese Positionen durch freie Wahlen des Volkes und aufgrund ihrer verdienstvollen Leistungen erlangen. Auf diese Weise wird die Hierarchie nach und nach die Lenkung der menschlichen Angelegenheiten übernehmen — subjektiv und objektiv. Diese führende Rolle oder Funktion wird ihr aufgrund ihrer anerkannten und bewiesenen Fähigkeiten zufallen, und nicht durch irgendwelchen autoritären hierarchischen Zwang. Das Volk wird einfach von sich aus gewisse geistige Qualitäten und wirksame Aktivitäten anerkennen und damit das Vertrauen bekunden, daß diese Männer für den betreffenden Posten geeignet sind; und darum hat es sie zur Führung in der neuen und kommenden Welt berufen. Freie Wahl unter dem Eindruck lebensvoller geistiger Aktivität, die ihre Tüchtigkeit beweist — das wird die typische Geisteshaltung der Öffentlichkeit sein. Männer und Frauen werden in hohe Ämter und Machtpositionen kommen, nicht weil sie Jünger oder Eingeweihte, sondern weil sie weise und intelligente Diener des Volkes sind, die inneres Wahrnehmungsvermögen, tief religiöses Empfinden, allumfassendes Verstehen und ein geschultes Denkvermögen mit einem folgsamen Gehirn besitzen.

Diese zweite Phase hängt davon ab, inwieweit der Dienst der ersten Gruppe wirksam und erfolgreich war. Diese einzeln und schwer arbeitenden Jünger sind die älteren Mitglieder der neuen Gruppe der Weltdiener, die jetzt unter den Menschen wirken und arbeiten. Die zweite Gruppe wird die Arbeit der ersten verstärkt weiterführen; sie wird die Aufgabe haben, die Vorbereitung für die Wiederkunft Christi zu vervollständigen und zu vereinheitlichen. Die erste Gruppe bereitet die Menschheit auf die Möglichkeit (der Wiederkunft) vor; die zweite Gruppe bereitet endgültig

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die Wiederkunft selbst vor. Sie werden die Trümmer der Vergangenheit beseitigen und den Grundstein für eine neue Zukunft legen; sie werden dem menschlichen Bewußtsein grundsätzliche Vorstellungen über rechte menschliche Beziehungen einprägen. Sobald diese Gruppe zu Macht und Ansehen kommt, wird ihre unmittelbare Aufgabe darin bestehen, die politische Lage zu bereinigen und zu klären; sie wird jene Ideen vor die Öffentlichkeit bringen, die schließlich zu einer Verschmelzung der Prinzipien führen werden, welche einer demokratischen Ordnung zugrunde liegen müssen und die auch für die hierarchische Methode — welche ein wenig anders ist — bestimmend sind. Diese Bemühungen werden eine dritte politische Situation schaffen, die weder völlig von den Wahlen unintelligenter Massen abhängt noch auf einer Herrschaftsordnung beruht, die sich offenbar nach hierarchischen Methoden richtet. Diese neue Art einer politischen Führung wird sich erst später entwickeln.

Die Jünger und Eingeweihten der zweiten Gruppe werden die neue Religion verwirklichen. Bis dahin und wenn sie einmal die Vormachtstellungen innehaben, wird der alte theologische Geist und Starrsinn völlig gebrochen sein; das Judentum wird rasch verschwinden. Der Buddhismus wird sich ausbreiten und immer mehr dogmatisch werden. Das Christentum wird sich in einem Zustand chaotischer Spaltung und Gärung befinden. Wenn dies eintritt und die Situation sich zuspitzt, wird der Meister Jesus gewisse Maßnahmen einleiten, um wieder die Herrschaft über seine Kirche zu übernehmen. Buddha wird zwei geschulte Jünger aussenden, um den Buddhismus zu reformieren. Diese von Christus geleitete Abteilung für Religion und Erziehung wird auch noch andere Schritte unternehmen. Christus wird sein möglichstes tun, um die alten geistigen Wegzeichen wieder aufzurichten, um das Unwesentliche auszumerzen und um den gesamten religiösen Bereich zu reorganisieren — wiederum als Vorbereitung auf die Wiederherstellung der Mysterien. Diese werden nach ihrer Wiedereinsetzung alle Glaubensbekenntnisse vereinigen. Gruppen geistiggesinnter Finanzfachleute, die bewußte Mitglieder eines Ashrams sind, werden in der Weltwirtschaft die Führung übernehmen und große und notwendige Veränderungen herbeiführen. Alle diese Aktivitäten, welche die Aufbauarbeit der ersten Gruppe fortsetzen, dienen gleichfalls der Vorbereitung.

3. Schließlich folgt das dritte Stadium, wenn Christus und die Meister der Weisheit öffentlich erscheinen können, um in der

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 Welt für alle sichtbar zu wirken. Der Zeitpunkt dieses Erscheinens hängt davon ab, welchen Erfolg die beiden ersten Gruppen hatten. Darüber kann ich nichts voraussagen, denn dabei spielen so viele Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel: der Arbeitseifer der beiden Gruppen; die Bereitwilligkeit der Menschheit zu lernen; oder: Wie schnell können die Kräfte der Erneuerung und Wiedererweckung die Welt wiederaufbauen? Erkennen die fortschrittlichen Humanitarier und Intelligenzkreise die günstige Gelegenheit, um Veränderungen vorzunehmen, Neues zu schaffen und die Kräfte zu mobilisieren, die für die neue Kultur und Zivilisation erforderlich sind? Sogar die Hierarchie mit ihren großen Informationsmöglichkeiten kann nicht wissen, wieviel Zeit das in Anspruch nehmen wird, aber sie ist jederzeit einsatzbereit.

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 683

Die Aufgaben des Jüngers im Vorbereitungsstadium sind schwer

Die Aufgabe des Jüngers, der damit beauftragt ist, die Grundlagen für die Methoden des Neuen Zeitalters zu schaffen und sich für die Vorausgruppe einsatzbereit zu machen, ist im jetzigen Vorbereitungsstadium wirklich schwer. Er setzt sich für so vieles ein, was als phantastisch und unmöglich erachtet wird. Die Schwierigkeiten, die ihn erwarten, scheinen unüberwindlich zu sein. Die Wahrheiten, die er lehrt, werden sich zuerst zwangsläufig zerstörerisch auswirken, denn er ist bestrebt, die Menschheit von veralteten religiösen, wirtschaftlichen und politischen Doktrinen abzubringen und frei zu machen. Seine unpersönliche Denkweise, die Fehler und Vorzüge erkennt und anerkennt, ärgert viele, und oft gerade diejenigen, von denen er Verständnis und eine wirklich unparteiische Haltung erwartet hätte. Da er sich von alten und überlebten, aber wertgehaltenen Ideen in keiner Weise beeindrucken läßt, und da er ständig gegen trügerischen Schein und Illusionen ankämpft, findet er in diesem Frühstadium nur wenig Unterstützung. Er arbeitet häufig allein, seine Arbeit findet kaum Anerkennung; und es fehlt ihm die Zeit für seine persönlichen Kontakte mit der Hierarchie. Er steht auch nicht unbedingt mit irgendwelchen sogenannten esoterischen Gruppen in Verbindung, und wenn doch, dann ist seine Aufgabe um so schwieriger. Nur fortgeschrittene Jünger, die ständig mit ihrem Ashram vollen Kontakt haben, können in dieser Weise arbeiten.

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 682

Die Mitglieder der Hierarchie arbeiten unter den Menschen

1. Die älteren Mitglieder der Hierarchie werden nicht als erste den notwendigen Schritt in die äußere Welt tun. In den Anfangsstadien werden (unter der Anleitung und genauen Kontrolle dieser Meister) zunächst Eingeweihte des dritten oder eines minderen Grades und jene Jünger hervortreten, die erwählt und dazu bestimmt wurden, die Bestrebungen der Meister zu verwirklichen und nach deren Weisungen zu arbeiten. Erst später, wenn die Zeit reif ist für die Wiederkunft Christi in eine anerkannt physische Ausdrucksform, werden einige ältere Meister erscheinen und für alle erkennbar das Weltgeschehen bestimmen. (Die Wiederkunft Christi wird auch zur Wiederherstellung der Mysterien führen). diese Zeit hängt natürlich davon ab, welchen Erfolg die Bemühungen der nicht soweit fortgeschrittenen Mitglieder der Hierarchie haben.

2. Alle Mitglieder der Hierarchie, sowohl die Vorhut als auch die später nachfolgenden Meister, werden als Mitglieder der menschlichen Familie arbeiten und wirken, nicht als öffentlich proklamierte Mitglieder des Reiches Gottes oder der Seelen, die wir als die Hierarchie kennen. Sie werden in einer öffentlichen

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Position oder Funktion auftreten; sie werden als Politiker, Geschäfts- oder Geldleute, als Religionslehrer oder Kirchenmänner erscheinen; sie werden Wissenschaftler und Philosophen, Hochschulprofessoren und Lehrer sein; sie werden Bürgermeister von Großstädten und die Hüter aller ethischen Bewegungen sein. Der geistige Elan ihrer Aktivität, ihre klare, reine Weisheit und die von ihnen vorgeschlagenen vernünftigen und annehmbaren Maßnahmen auf irgendeinem Gebiete, das sie sich als ihr Arbeitsfeld erwählten, werden so überzeugend sein, daß man

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 ihren Projekten kaum etwas in den Weg legen wird.

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 681

Adepten im Finanzsektor führen Tauschsystem ein

Ferner müssen die Meister ein umfassendes Bild von der Kultur und eine klare Vorstellung von der Zivilisation gewinnen, die sich entwickeln und dann maßgebend sein wird, wenn einmal das geplante Vorhaben zur Durchführung kommt. Es wurde euch gesagt (und das stimmt), daß die Meister sich nicht die Mühe machen, in allen Erziehungsfächern bewandert zu sein, z.B. in neuzeitlicher Geschichte, in den neuesten wissenschaftlichen Verfahren oder im Gebrauch fremder Sprachen. In den verschiedenen Ashrams gibt es überall Wissende, die den Meistern jederzeit jede gewünschte Information verschaffen können. Das trifft auch weiterhin auf diejenigen zu, die bereits den Rang eines Meisters erreicht haben, gilt aber nicht für alle Senior-Eingeweihten. Von diesen letzteren haben viele, die unter der Anleitung eines Meisters einen höheren Grad erreichten, ihr weltliches Wissen im Gedächtnis behalten, und sie haben sich außerdem darauf spezialisiert, an gewisse Weltprobleme auf streng irdische Art und Weise heranzugehen. So gibt es z.B. Adepten, die auf dem Gebiet des modernen Finanzwesens erstklassige Fachleute sind. Diese Eingeweihten vierten Grades treffen schon jetzt entsprechende Vorbereitungen, um später jene neuen Methoden in der Finanzgebarung einzuführen, die an die Stelle der jetzigen unheilvollen Methoden treten werden. Sie werden im Handel und Verkehr ein Tauschsystem einführen, dessen verzerrtes Symbol unser derzeitiges Geld ist. Diese neuere Methode im Tausch- und Zahlungsverkehr wird in der ganzen Welt allgemeine Anwendung finden, und sie wird den Großkapitalismus und die freie Wirtschaft beseitigen. Gleichzeitig wird sie aber jene Formen des modernen Unternehmungsgeistes beibehalten, die eine individuelle Initiative und Findigkeit erfordern.

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 680

Die fünf Sinne der Meister

Obgleich alle Meister die menschliche Erfahrung durchgemacht haben und einfach Menschen sind, die eine relativ hohe Stufe der Vollendung erreicht haben, ließen sie einige Aspekte physischer Kontakte völlig verkümmern. Es gibt nichts, was sie mit den drei Welten irgendwie verbindet, außer die Beziehung zum Leben und der Antrieb der Liebe zu allen Wesen. Daher schien die Rückgewinnung gewisser Funktionen und Fertigkeiten erforderlich. So hat zwar ein Meister die fünf Sinne und benutzt sie auch im Bedarfsfalle, aber der Kontakt mit Jüngern und älteren Aspiranten (durch die er hauptsächlich wirkt) ist zum Grossteil telepathisch; die Sinnesorgane Hören und Sehen werden nicht benutzt. Die Wissenschaft der

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Impression, die viel wirksamer ist als der individuelle Kontakt durch die Sinne, hat die rein menschliche Methode völlig verdrängt. Die physischen Sinne der Meister befinden sich im Zustand zeitweiliger Ruhe außer Funktion; eine Ausnahme bilden nur jene Meister, die in der äußeren Welt und in einem physischen Körper leben und arbeiten. Die meisten Meister, die sich noch der Sinne bedienen, benutzen sie nur in ganz beschränktem Masse; sie wirken noch immer fast ausschließlich auf subjektive Art und Weise. Telepathischer Gedankenaustausch und Impression sind praktisch die einzigen Methoden, die sie anwenden, um ihre Mitarbeiter in der äußeren Welt zu erreichen. Eine der vorbereitenden Maßnahmen bestand daher darin, die Sinne wieder in der früheren Art gebrauchen zu lernen.

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 679

Die langfristige Zeitbetrachtung der Hierarchie

Hier ist folgende Bemerkung interessant, aber nicht von unmittelbarer Bedeutung: Das seit 175 Jahren (also seit 1775) von der Hierarchie eingeleitete Zerstörungswerk trägt bereits den Keim endgültiger Zerstörung in sich. Aber bis dieser Keim aufgeht, wird noch eine sehr lange Zeit vergehen, denn der letzte Akt der Zerstörung wird sich erst dann abspielen, wenn die Hierarchie mit der Menschheit so völlig vereint und verschmolzen sein wird, daß die

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hierarchische Form nicht länger benötigt wird. Aus den drei großen Zentren werden zwei werden, die Hierarchie wird verschwinden. Nur Shamballa und die Menschheit werden bleiben, nur Geist (oder Leben) und Substanz, die intelligente Liebe zum Ausdruck bringen. Dieser Vorgang ist eine Parallele zu dem, was ein Eingeweihter bei der vierten Einweihung erlebt: der Kausalkörper (Seelenkörper) verschwindet, und es bleiben nur die Monade und ihre Ausdrucksform (die Persönlichkeit, eine Verschmelzung von Seele und Form) übrig. Diese endgültige Auflösung wird erst am

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Ende unserer planetarischen Existenz stattfinden; dann wird das Tor zur Individualisierung endgültig für die Dauer des Pralaya geschlossen werden, und die Pilgerscharen auf dem Weg der Höheren Evolution werden dichter sein als auf dem Pfad der Einweihung.

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 677

 

Meine Brüder! Folgende Faktoren werden also den Zyklus, in den wir jetzt eintreten, bestimmen: die engere Verbindung der Hierarchie mit Shamballa, die Stimulierung ihres internen Lebens, und eine Menschheit, die für neue Enthüllungen und unerwartete Entwicklungen reif ist. Dieser Zeitabschnitt ist daher der erstaunlichste in der Menschheitsgeschichte. Dazu kommt, daß jetzt ein größerer Tierkreis-Zyklus beginnt, der gleichzeitig auch eine kleinere Aktivitätsperiode einleitet: in den nächsten 25000 Jahren regiert das Zeichen des Wassermann, und in dieses Zeichen tritt jetzt auch die Sonne (für die Dauer von 2300 Jahren) ein. Das ist ein erstaunliches und für die Geschichte unseres Planeten höchst bedeutsames Ereignis. Unser planetarischer Logos ist sich dieses Zusammentreffens wohlbewußt, und er macht davon sinnvoll und ausgiebig Gebrauch. In diesem Zyklus stehen auch zum ersten Male die drei großen planetarischen Zentren (Shamballa, Hierarchie und Menschheit) miteinander in direkter und unbehinderter Beziehung, denn jetzt ist zum ersten Male in der planetarischen Geschichte die Koordinierung richtig und ordnungsgemäß. Auch wenn dies nur vorübergehend der Fall wäre, so wurde dennoch etwas eingeleitet, dessen Auswirkungen niemals verlorengehen. In diesem Zyklus hat der planetarische Logos nicht nur eine neue Einweihung erwirkt und dadurch das ganze planetarische Leben beeinflußt, sondern er hat auch gewisse außerplanetarische Beziehungen angeknüpft, die natürlich für euch unbegreiflich sind und für den Einzelmenschen keinerlei Bedeutung haben, die aber einmal eine Situation schaffen werden, in der unsere Erde ein heiliger Planet werden wird. Dieser Entwicklungsprozeß wird im Lauf der Zeit eine

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mächtige subjektive und tiefgeistige Wirkung auf alle Naturreiche und auch im übernatürlichen Bereich ausüben.

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 678

 

Die schrittweisen Maßnahmen

Seit dem Jahre 1425 (das ich schon einmal erwähnte) wußte die Hierarchie, daß die Zeit für ihr geplantes Erscheinen in der äußeren Welt kommen würde. Seither gingen die Vorbereitungen stetig weiter. Hier möchte ich bemerken, daß dieser (hauptsächlich aus Shamballa kommende) Impuls wie ein Sturm hereinbrach und den Rhythmus vieler Zehntausende von Jahren störte; es war ein Faktor, der fortan alles grundsätzlich bestimmte. Die Meister, die in die äußere Welt kommen werden, sind jedoch nicht die gleichen, die den ersten Impuls aus Shamballa registriert haben; auch die drei Vorsteher der großen Abteilungen sind nicht mehr dieselben wie damals. Die damaligen Meister leiteten die notwendigen Maßnahmen ein, und seither gingen die Vorbereitungen ständig weiter.

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 679

 

 

Die Chakras lernen

3. Die intuitive Telepathie entwickelt sich auf dem Pfade der Jüngerschaft. Sie ist mit ein Lohn wahrer Meditation. Das Gebiet, das damit zu tun hat, ist der Kopf und die Kehle; die drei Zentren, die hierbei zur Tätigkeit gebracht werden, sind: das Kopfzentrum, als Empfänger von Impressionen aus höheren Quellen, das Ajnazentrum, als Empfänger der idealistisch-intuitiven Eindrücke; das Ajnazentrum kann dann das Aufgenommene und Erkannte „aussenden“, wobei es das Kehlzentrum als den schöpferischen Former von Gedanken und als den Faktor benützt, der die erfühlte oder intuitiv erfaßte Idee Gestalt annehmen läßt.

Es wird euch daher klar werden, wie notwendig es ist, eine bessere Erkenntnis über die Wirksamkeit der Zentren, so wie sie in der Hindu-Philosophie im Einzelnen behandelt werden, zu gewinnen. Solange nicht etwas wirkliches Verständnis dafür besteht, welche Rolle der Vitalkörper als Sender und Empfänger für Gefühle, Gedanken und Ideen spielt, solange wird man auch nur geringe Fortschritte im rechten Verstehen der Mitteilungsmethoden erzielen.

Alice A. Bailey, Telepathie und der Ätherkörper, 27

Vorbereitungen für eine neue Offenbarung

3. Es sind [13-545] Vorbereitungen für eine Offenbarung zu treffen, welche die neue Ära einleiten und die Grundtendenz der neuen Weltreligion bestimmen wird.

Zu diesen drei von Christus überwachten Bestrebungen kommen noch zwei weitere, die vielleicht noch bedeutsamer sind. Erstens ist die Hierarchie bestrebt, immer mehr sowohl auf die neuerliche Verbindung mit Shamballa als auch auf den neuen, direkten und starken Kontakt zu reagieren, der kürzlich durch die Bemühungen der Hierarchie und durch die Bittrufe der Menschheit geschaffen wurde. Zweitens ist die Hierarchie bestrebt, eine engere Verbindung zur Menschheit herzustellen; dies wird schließlich zur Externalisierung einiger Ashrams und später dazu führen, daß die Hierarchie auf der Erde erscheint und die neue Offenbarung bringt.

Diese verschiedenen Bestrebungen mögen einem gelegentlichen Leser vielleicht als verhältnismäßig unwichtig erscheinen. Das ist eine oberflächliche Ansicht, die bei der Hierarchie kaum Verständnis findet. Daß die Juden von Furcht befreit werden sollten, ist sehr

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wichtig; daß sie den Christus erkennen und als den Messias anerkennen sollten, daß sie also selbst daraufkommen sollten, daß ihre Religion viele edle Werte erstickt und zerstört, das ist ebenfalls sehr wichtig. Die orthodoxen Juden (und andere Glaubensgemeinschaften) sollten begreifen, daß niemand sie zu Christen (im üblichen Sinn) machen will; sie alle sollten vielmehr zu einer liebevollen Synthese hinstreben und ihre gegenseitigen Feindschaften und Rivalitäten aufgeben. Das ist dringend notwendig, und das gilt auch für die christlichen Konfessionen. Der Vatikan sollte aufhören, politische Ränke zu schmieden, die Massen auszubeuten und die Unwissenheit zu betonen. Die vielerlei Spaltungen in den protestantischen Kirchen sollten überbrückt werden. All das ist dringend notwendig. Wenn in dieser Hinsicht nichts geschieht, geht die Menschheit einem Kriege entgegen, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Feindschaft und Haß werden ganze Völker entzweien und gegeneinander aufhetzen; und die Politiker aller Nationen werden diese Situation weidlich ausnützen, um einen Krieg zu entfesseln, der vielleicht das Ende der Menschheit bedeuten könnte.

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Keine Haßgefühle sind so tief und so unversöhnlich wie diejenigen, die von einer Religion geweckt und genährt werden.

Christus hat also neben den vielen anderen Aufgaben, die ihn in Anspruch nehmen, auch noch die, die Gefahr eines letzten Krieges abzuwenden. Dieser bereits erkennbar werdende Krieg steht im Gegensatz zum Willen zum Guten des Herrn der Welt und zu jedem anderen Weltplan; er kann durch guten Willen abgewendet werden. Das ist die wichtigste Feststellung in dieser Botschaft, soweit sie die Menschheit betrifft.

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 652

Die neue Offenbarung

Für diese neue Offenbarung bereiten sich jetzt Christus und die Mitglieder der Hierarchie vor — vom höchsten Chohan bis herunter zum bescheidensten akzeptierten Jünger. Darauf bereiten sich nicht nur alle Ashrams, sondern (in bescheidenem Masse) auch die Menschenfreunde anderer Glaubensbekenntnisse und alle geistig eingestellten Menschen vor.

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Von den Aktivitäten, denen sich Christus derzeit widmet, haben wir also die drei folgenden Bestrebungen hervorgehoben:

1. Die Weltreligionen müssen, wenn irgend möglich, so reorganisiert werden, daß die veralteten Theologien mit ihren engstirnigen Ansichten und der lächerlichen Meinung, den Willen Gottes zu kennen, ausgeschaltet werden, damit die Kirchen endlich zu Empfängern geistiger Inspiration werden können.

2. Der orthodoxe jüdische Glaube mit seiner veralteten Lehre, mit seinem betonten Separatismus, mit seinem Haß gegen die „Heiden“ und mit seinem Unvermögen, den Christus anzuerkennen, muß — wenn irgend möglich — allmählich abgeschafft werden und verschwinden. Wenn ich dies sage, so möchte ich gleichzeitig jene Juden in der Welt anerkennen und würdigen, welche die Übelstände erkennen und auch nicht orthodox denken; sie gehören zur Elite des geistigen Glaubens, dem auch die Hierarchie selbst angehört.

3. Es sind [13-545] Vorbereitungen für eine Offenbarung zu treffen, welche die neue Ära einleiten und die Grundtendenz der neuen Weltreligion bestimmen wird. [April/Mai 1946]

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 651

Shamballa kann die Menschheit direkt erreichen

Wie bereits erwähnt, kann Shamballa jetzt die Menschheit (das dritte Zentrum) direkt erreichen und hat daher zwei Kontaktpunkte: Erstens über die Hierarchie, wie es seit langem der Fall war, und zweitens in einem direkten Energiestrom zur Menschheit, ohne Zwischenschaltung der Hierarchie. Als diese geistige, dynamische, elektrische Energie zum ersten Male (nach der großen Ratsversammlung i. J. 1825) direkt und mit Ungestüm zur Erde herabstieß, aktivierte sie zunächst das menschliche Denkvermögen in einer neuen und umfassenden Weise: sie brachte die großen Ideologien hervor und stimulierte das Wunschdenken der Massen, und dabei verspürte sie Widerstand und Behinderung auf der physischen

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Ebene. Der Energiestrom fand auf seiner Bahn Hindernisse und Blockierungen. Diese Energie aus Shamballa, ein Aspekt des Zerstörerstrahls, ging nun daran, alle diese Hindernisse in den drei Welten durch Feuer zu beseitigen und zu vernichten. Die Beseitigung der Hindernisse, die den freien Fluß der geistigen Energie blockierten, war wohltätig und nützlich; und das war die tief esoterische, nicht erkannte Ursache des Krieges. Gerade dieser Faktor rief das „Übel aus seiner verborgenen Stätte“ hervor und brachte die entgegenwirkenden Kräfte an die Oberfläche. In dieser Hinsicht war die Menschheit im Weltkrieg (1914 — 1945) das unglückliche Opfer einer entscheidenden geistigen Phase; aber vom Standpunkt der historischen Vergangenheit aus war die Menschheit selber „der Schmied“ ihres Schicksals. Es bedurfte jahrtausendelang der esoterischen Aktivität Shamballas und der exoterischen Aktivität der Menschheit, um die Voraussetzungen zu schaffen, welche diese neue Angleichung ermöglichten, die das „Versiegeln“ (das noch langsam weitergeht) anbahnten und die Menschheit in den Strudel des Krieges stürzten. Diese aus dem höchsten Zentrum herabströmende, antreibende Energie drang nicht nur bis zum Innersten der Menschheit vor, sondern über Tier- und Pflanzenreich bis in die Tiefen des Mineralreiches.

Durch diese direkte Einwirkung Shamballas auf die Menschheit wurde die Hierarchie entlastet, so daß sie sich der Rehabilitierung und Rettungsarbeit, dem Wiederaufbau und der Wiedererweckung

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(durch regenerierende Kräfte) widmen konnte. Die Hierarchie brauchte und begrüßte diese Atempause und erkannte darin ein wesentliches Element des großen Planes.

Die Zeit der direkten Einwirkung aus Shamballa ist jetzt vorbei. Der Appell der Menschheit an Christus und seine Hierarchie hat bewirkt, daß die Shamballa-Energie wieder über die Hierarchie strömt. Die unmittelbare Einwirkung der Hierarchie auf die Menschheit kann jetzt eine neue Bedeutung erlangen und nach neuen, etwas anderen Richtlinien wieder aufgenommen werden. So kann schließlich „der neue Himmel und die neue Erde“ geschaffen

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werden, worauf die Menschen so lange gewartet haben.

Die Geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 642