Christus ist in unserer Welt

Wahrscheinlich werden die orthodoxen Christen zunächst die von den Okkultisten aufgestellten Theorien über Christus zurückweisen; gleichzeitig aber wird es den gleichen orthodoxen Christen immer schwererfallen, die intelligenten Bevölkerungsschichten auch

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 weiterhin zu überreden, so, wie bisher eine unmögliche Gottheit und einen macht- und einflußlosen Christus anzuerkennen. Das intelligente Publikum wird einen Christus anerkennen, der gegenwärtig und lebensvolle Wirklichkeit ist; der seinen Jüngern und Getreuen bekannt ist; der ein starker und fähiger Führer, aber kein sanfter und sentimentaler Dulder ist; der uns niemals verlassen hat, sondern seit fast zweitausend Jahren durch seine Jünger durch inspirierte Männer und Frauen aller Religionen und Konfessionen wirksame Arbeit geleistet hat; der für Fanatismus und hysterische Schwärmerei nichts übrig hat, sondern alle Menschen beharrlich verständnisvoll und vertrauend liebt; der in allen menschlichen Wesen das Göttliche sieht; der die Methoden der (mentalen, emotionalen und physischen) Evolution des menschlichen Bewußtseins versteht, die Zivilisationen und Kulturen hervorbringt, die der jeweiligen Entwicklungsstufe entsprechen.

Die denkenden und gebildeten Menschen werden in der Welt die Voraussetzungen dafür schaffen, daß Christus in körperlicher Erscheinung sich frei unter Menschen bewegen kann; er braucht dann nicht mehr (wie jetzt) zurückgezogen in Zentralasien zu bleiben. Wenn die Beziehung zwischen Buddha und Christus in der richtigen Weise dargestellt wird, können und werden denkende Menschen bereitwillig

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die Einheit aller Glaubensbekenntnisse anerkennen. Dann wird das Bild von einem Christus, der gegenüber allen anderen Gottessöhnen eine einzigartige Stellung beansprucht, in dem Wunder wahrer apostolischer Nachfolge verblassen. Diese wird dann so verstanden werden, daß viele Gottessöhne, auf verschiedenen Strahlen, aus verschiedenen Nationen und mit verschiedenen Missionen die Menschheit auf dem Pfad göttlicher Entfaltung geführt und dem Ursprung, Gott, nähergebracht haben.

Die Tatsache des immanenten (innewohnenden) Gottes wird zeitweilig die Aufmerksamkeit aller wahren geistigen Lehrer fesseln. Diese göttliche Immanenz, die durch Christus und andere göttliche Repräsentanten in vollendeter Weise zum Ausdruck kommt, wird eine Zeitlang die Lehre vom transzendenten (jenseitigen) Gott in den Hintergrund drängen. Diese große Wahrheit wurde bisher über Gebühr betont, und die näherliegende und für das praktische Leben bedeutsamere Wahrheit, daß Gott in jedem Menschen, in jeder Erscheinungsform und in jedem Naturreich wohnt, blieb gänzlich unbeachtet. Daraus entstand viel Unheil. Wenn später einmal die Wahrheit vom immanenten Christus, die

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 durch den historischen Christus und durch seine großen Brüder seit langer Zeit in vollendeter Weise manifestiert wurde, angenommen und anerkannt ist, wird auch die Lehre vom transzendenten Gott, das jetzt noch von Shamballa gehütete Geheimnis, geoffenbart und betont werden. Die Menschheit wird dann die beiden Hälften eines vollkommenen Ganzen erkennen.

Der Schlüssel zur Hierarchie und zu ihrem körperlichen Erscheinen auf Erden, also auch zur Verwirklichung des Reiches Gottes unter den Menschen ist k die einfache Wahrheit vom immanenten Gott /k. Sie ist der Schlüssel zum Evolutionsprozeß und die immerwährende Hoffnung aller Formen in allen Naturreichen. Das ist die zentrale Wahrheit, die überzeugende und Lichtbringende Wahrheit, die allen Informationen über die Hierarchie zugrunde liegen wird; und diese Wahrheit wird von der kommenden Jünger-Generation verbreitet werden. Wenn diese Wahrheit tatsächlich bewiesen

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werden kann, dann ist damit auch die Tatsache der Hierarchie bewiesen und die Errichtung des immerwährenden Reiches Gottes auf Erden verbürgt.

Alice A. Bailey, Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 705

Die Anwesenheit Christi auf Erden

6. Es wird einmal die Zeit kommen, daß man die Anwesenheit Christi auf Erden und sein Amt als Oberherr der Hierarchie und des Reiches Gottes als Tatsache anerkennen wird. Die Menschen werden auch zu der Erkenntnis kommen, daß die (jetzt noch revolutionäre) Behauptung, er hat zu keiner Zeit die Erde verlassen, wirklich wahr ist.

Alice A. Bailey, Die Geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 704

Die Engel – Helfer und Lehrer der Menschen

Es könnte hier folgender Hinweis von Interesse sein: Wenn er, der von Engeln und Menschen Erwartete kommt, um das neue Zeitalter einzuleiten und sein vor fast zweitausend Jahren begonnenes Werk zu vollenden, werden ihn einige große Engel und einige Meister begleiten. Engel spielten in der biblischen Geschichte immer eine aktive Rolle und sie werden wieder in das Leben der Menschen eingreifen und zwar mit größerer Macht als vormals in vergangenen Zeiten. Diese Engel, die eine höhere Schwingungsfrequenz und ein überlegenes Wissen haben, vereinigen ihre Kräfte mit denen des Christus und seiner Jünger, um der Menschheit zu helfen. Sie haben den Menschen viel mitzuteilen, z.B. über Farbe und Ton sowie über deren Wirkung auf die Ätherkörper von Menschen, Tieren und Blumen. Wenn die Menschheit diese Mitteilungen versteht, wird sie körperliche Krankheiten und Leiden unwirksam machen können. Die violetten Engel (oder Devas), die sich auf den vier ätherischen Unterebenen betätigen, werden in besonderem Masse aktiv werden, und zwar in den vier großen Menschengruppen, die jeweils inkarniert sind. Zu jeder Zeit sind vier Strahlen aktiv oder vorherrschend, aber einer davon ist stärker wirksam als die anderen drei. Dieser Grundgedanke ist symbolisch in den vier Kasten Indiens zu erkennen, und diese vier Kasten lassen sich auch überall auf dem Planeten feststellen.

Diese vier Engelgruppen haben sich gemeinsam zum Dienst für Christus verpflichtet; sie haben die Aufgabe, mit Menschen Verbindung aufzunehmen und ihnen verschiedene Kenntnisse beizubringen.

a. Sie werden die Menschheit lehren, ätherisch zu sehen; sie werden das in der Weise erreichen, daß sie mit ihrer Vibration auf die menschliche einwirken und dadurch die letztere erhöhen.

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b. Sie werden die Menschen darüber aufklären, wie nützlich und wirksam Farben für die Heilung von Krankheiten sind und daß besonders das violette Licht ein sehr wirksames Mittel ist, um menschliche Leiden zu verringern und jene physischen Krankheiten zu heilen, die im Ätherkörper entstehen.

c. Sie werden

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den materialistischen Denkern in der Welt den Beweis erbringen, daß die überbewußte Welt tatsächlich existiert, und daß man mit Engeln und exkarnierten Menschen, die keine physischen Körper haben, in Verbindung treten und sie wiedererkennen kann.

d. Sie werden den Menschen neue Kenntnisse in der übermenschlichen Physik übermitteln, so daß sie die Wirkung der Schwerkraft umwandeln können. Bewegung wird immer schneller, aber auch geräuschloser und gleichmäßiger werden, so daß Ermüdung ausgeschaltet wird. Wenn der Mensch die ätherischen Bereiche beherrscht, überwindet er Übermüdung und erlangt die Macht, Zeit zu überwinden. Der Sinn dieser Worte wird so lange unklar bleiben, bis diese Prophezeiung eine anerkannte Tatsache ist.

e. Sie werden die Menschen lehren, wie man den Körper richtig ernährt und wie man aus dem umgebenden Äther die notwendige Nahrung gewinnt. Der Mensch wird sein Hauptaugenmerk auf den Ätherkörper richten, und der physische Körper wird in zunehmendem Masse automatisch funktionieren und gesund bleiben.

f. Sie werden Einzelmenschen und die gesamte Menschheit darin schulen, ihren Bewußtseinsbereich so zu erweitern, daß er auch den übersinnlichen Bereich umfaßt. Wenn diese Entwicklungsstufe erreicht ist, wird der Schleier (der Vorhang im Tempel), der die physische Ebene von der unsichtbaren Welt trennt, von der Wissenschaft als Naturtatsache anerkannt werden. Auch der Sinn und Zweck dieses Schleiers wird bestätigt werden. Schließlich wird er zerstört werden, wenn der Mensch entdeckt,

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wie man ihn durchdringen kann. Diese Entdeckung ist bald zu erwarten.

Im Lauf der kommenden Jahre werden sich die telepathischen Fähigkeiten der Menschen und ihr Reaktionsvermögen auf innere Inspiration immer mehr entwickeln und zutage treten, da die menschliche Sensitivität ständig zunimmt und der trennende Schleier immer dünner wird. Dadurch, daß die intuitive Telepathie zunimmt und der Einfluß von Ton und Farbe immer besser verstanden wird, werden die Menschen auch das Wirken Christi und seiner Jünger kennen und verstehen lernen; die Menschen werden von der Knechtschaft der Vergangenheit erlöst werden und fähig sein, in die Freiheit des Reiches Gottes einzutreten.

Die Studierenden der Theologie brauchen größeres Wissen

DAS STUFENWEISE ERSCHEINEN DER HIERARCHIE

Die subjektive Grundlage der neuen Weltreligion

Einleitende Feststellungen

r Dezember 1919

Die Gedankenformen, die sich als die Religion des Neuen Zeitalters materialisieren werden, bestehen bereits auf der Mentalebene und sind im Begriff, in der äußeren Welt Gestalt anzunehmen. Ihre Merkmale und Tendenzen sind in großen Zügen schon erkennbar. Die weisen Führer der Menschheit, die unter der Oberleitung Christi wirken und arbeiten, wissen, daß das Volk stets eine äußere Form braucht. Sie sind jetzt bestrebt, von den alten Formen und Grundmerkmalen gerade nur so viel beizubehalten, als sich mit der Evolution und dem Fortschritt vereinbaren laßt. Was die Großen Seelen im Westen zu brechen suchen, ist nicht die Erscheinungsform des Christentums, sondern die Macht der Kirchen, mit der sie das Denken der Massen beherrschen. Die alten Gedankenformen und Auslegungen behindern und umklammern allzu sehr das eingekerkerte Leben, das nach Freiwerden und Höherentwicklung strebt. Dieses Leben muß zum Durchbruch kommen, es darf nicht durch alte, überholte Ansichten beschränkt und in seiner Entfaltung gehemmt werden. Trotzdem besteht vorderhand nicht die Notwendigkeit, etwas ganz Neues zu riskieren und die Wahrheit in einem völlig neuen Gewande darzustellen. Natur und Evolution bewegen sich in allmählichen Übergängen, nicht in plötzlichen Sprüngen oder willkürlichen Manifestationen. Bei allen fortschrittlichen Entwicklungen

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lassen sich die alten Züge oder Merkmale erkennen — erweitert, gereinigt und verschönt; es sind die alten Formen, aber auf einer höheren Windung der Spirale. Nicht die verschrobenen Kulte, nicht die vielen und verschiedenartigen Sekten, und ebensowenig die fortschrittlichen religiösen Revolutionäre können die große Not der [13-503]  vielen Wißbegierigen beheben. Die alten Formen müssen mit neuem Leben erfüllt werden, das ist jetzt notwendig. Man muß den alten Organisationen begreiflich machen, daß es an der Zeit ist, aus der Erstarrung aufzuwachen und sich in einen lebendigen Organismus umzuwandeln. Die alten Riten müssen wieder eingeführt und neu belebt werden, und sie müssen (im esoterischen Sinn) der neuen Zeit angepaßt werden. Die Studenten der Theologie müssen einen höheren Ausbildungsgrad erreichen und ein größeres Wissen erlangen; man muß ihnen die okkulten Auffassungen und Auslegungen mitteilen und ihnen klarmachen, daß doch die Wahrheit zu jeder Zeit gegenwärtig war und ist, aber verhüllt und irrig ausgelegt.

Es ist sicher leichter, die Massen zu gewinnen und ihnen das neuere Licht der Wahrheit zu bringen, wenn dieses auf vertrauten Boden fällt. Allen Menschen muß die Möglichkeit gegeben werden, zu sehen und zu hören, den Wert und die Bedeutung der Realität abzuwägen und zu beurteilen. Man darf nicht bloß zwei oder drei Persönlichkeiten von besonderer Bedeutung oder nur solche Menschen in Betracht ziehen, die den Mut zum Fortschritt haben und vorangehen; vielmehr muß die Wahrheit den Menschen in einer solchen Weise dargestellt werden, daß sowohl den fortschrittlichen Denkern und wißbegierigen Fragestellern, als auch den reaktionären Massen die Möglichkeit geboten wird, so viel davon zu erfassen, wie es ihrer Aufnahmefähigkeit entspricht. Tat das nicht auch der größte aller Meister seinerzeit in der Synagoge und in der Gemeinschaft seiner Jünger?

Die geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 13-603

[finde meine Notiz auf dieser Seite: „Standort Salzburg: Theologische Fakultät, 21.7.92]

DIE WIEDERKUNFT WIRD HIER BEREITS im DEZEMBER 1919 erwähnt, praktisch zu Beginn der Arbeit DK’s mit AAB !!

Die Herrschaft der Kirche ist vorbei

Die lange Herrschaft der verschiedenen Kirchen ist vorbei. Das sollte erfaßt werden. Sie haben ihre Aufgabe erfüllt. In den Frühstadien haben sie ihre Funktion sehr gut erfüllt, in den mittleren Stadien sicherten sie ihr Werk, und im letzten (jetzigen) Stadium wurde es starr und rückschrittlich. Die Herrschaft der Kirchen ist zu Ende, aber die Vorschriften des Christentums und das Beispiel Christi sind k nicht /k vorbei. Er ist für eine neue und wirksamere Darstellung der kommenden Weltreligion verantwortlich, und darauf sollten sich die Kirchen vorbereiten; hoffentlich kommen sie zu der Erkenntnis, daß dies unbedingt notwendig ist, und daß er alle Anstrengungen macht, um diesem Erfordernis nachzukommen.

Die Geistige Hierarchie trittt in Erscheinung, 13-540

DK und Christus

Ich möchte euch daran erinnern, daß ich an die großen geistigen Realitäten unbedingt glaube; für mich ist der sich entfaltende Geist des Menschen ein unwiderlegbarer Beweis für die Existenz des „Einen, in dem wir leben, uns bewegen und unser Dasein haben“. Ich spreche als einer, der an Christus glaubt, der ihn liebt und der weiß, daß er der Meister aller Meister und Lehrer der Engel und Menschen ist. Ich sehe in Christus den höchsten Ausdruck des Göttlichen auf Erden und kenne das Ausmaß seines Opferwerkes für die Menschheit; ich kenne auch die wundervolle Offenbarung, die er gebracht hat, und ich weiß, daß er bald wiederkommen und in den Herzen der Menschen die geistige Herrschaft antreten wird. Ich weiß, daß er an den großen steinernen Tempeln, die ihm die Menschen errichtet haben, keine Freude hat, solange sein Volk ohne Anleitung fürs praktische Leben oder ohne vernünftige Belehrung bleibt. Ich weiß auch, wie schmerzlich er es empfindet, daß die von ihm gelehrte Einfachheit und der gerade, schlichte Weg zu Gott, den er besonders betont hat, im Lauf der Jahrhunderte im Nebel theologischer Lehren und Meinungen verlorengingen. Er sieht, wie der wahre Sinn seiner Worte im Labyrinth kirchlichen Denkens und Deutens verlorenging und wie seine einfache Lehre, den Weg zu Gott zu gehen, durch Pomp und kunstvolle Zeremonien ersetzt wurde.

Kurz gesagt: Wegen [13-404] der vielen verschiedenen Glaubensbekenntnisse und Sekten in Ost und West und wegen der theologischen Streitereien über Worte, Sätze und Auslegungen bleiben die sich entwickelnden Söhne Gottes ohne die notwendige Hilfe, um mit Christus und seiner großen Jüngergruppe — den geistigen Führern der Menschheit — in Berührung zu kommen; dem Sucher wird der Weg zum lebendigen Christus, der die Liebe Gottes zum Ausdruck bringt, nicht klar verständlich gemacht. Die beiden großen Gottessöhne (der eine im Osten, der andere im Westen) repräsentieren zusammen in vollendeter Weise die Gottheit; ihr Leben und ihre Worte sind Bürgschaften für die Möglichkeiten, die im menschlichen Geist schlummern.

Die Geistige Hierarchie tritt in Erscheinung, 13-487

Die Wiederkunft aus der Sicht A.A.B.s 1936

a3 Das zweite Kommen Christi

Auf welche Weise kann der Welterlöser kommen? Entweder könnte Er kommen, wie er früher kam, in einem physischen Körper mit den dazugehörigen Begrenzungen. Heute tauchen in der Welt neue Fähigkeiten auf, die zu Lebzeiten Christi noch nicht erkennbar waren. Wir sind viel sensitiver als je zuvor und vor allem weit offen für unsere gegenseitigen Gedanken; und wenn ein so machtvoller Denker wie Christus, was immer wir unter diesem Wort verstehen, sich mit Weltangelegenheiten befaßt, so scheint mir, daß er andere Methoden als damals ausprobieren würde. Er könnte in jedem Land mit den seinen wirken, indem er

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seine Jünger überlichtet, wo immer sie zu finden sind. Und weil seine Seele und ihre Seelen eins sind, könnte er ihnen den Plan übermitteln, sie auf die anzustrebenden Tendenzen hinweisen, ihnen die neue Botschaft mitteilen und sich so in jedem Land „vervielfältigen“. Das geschieht heute schon. In jedem Land sind Wissende zu finden; ich meine damit aber nicht diejenigen, die sagen, daß sie wissen. Es gibt jedoch eine Gruppe Menschen, die sich jetzt einfügen, das aber nicht lauthals verkünden und auch nicht an sich selbst interessiert sind, die aber die Bürde tragen, die Menschheit zu führen. Sie rufen neue Bewegungen ins Leben, welche die neue Schwingung in sich tragen, und sagen Dinge, deren Tonart universal ist. Die von ihnen verkündeten Prinzipien sind kosmischer Natur, umfassend und nicht ausschließend. Sie kümmern sich nicht um die Terminologie, die ein anderer benützt, sie verlangen, daß ein Mensch seine eigene innere Struktur der Wahrheit für sich behält und sie niemand anderem aufdrängt. Sie erkennen sich gegenseitig, wo immer sie sich treffen und sprechen eine universelle Sprache, demonstrieren das universale Licht. Sie sind Dienende und haben keine Eigeninteressen.

Ich bin davon überzeugt, daß kein individueller Welterlöser zu uns kommen wird, der einen physischen Körper benutzt. Ich glaube an diesen individuellen Welterlöser, aber ich glaube auch, daß er die Welt durch die Gruppe retten und durch die seinen wirken wird; daß er jetzt schon Menschen schult, so daß eines Tages, wenn diese Gruppe durch ihre stille Meditation und die Kraft ihres Weltdienstes machtvoll geworden ist, als der Retter erkannt werden wird, – aber wohl nicht mehr zu unseren Lebzeiten.

a3 Anmerkung des Herausgebers

Als A.A.B. 1936 diese Feststellung machte, schien es die ashramische Ansicht zu sein, daß der Status der Menschheit nur einen „überlichtenden“ Christus zulassen würde. Als 1948 die vom Tibeter diktierte „Wiederkunft Christi“ erschien, hatten Krieg, Zerstörung materieller Werte, die Leiden und das mentale Wachstum der Menschheit eine Wirkung erzeugt, die, wie uns gesagt

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wird, die Erwartungen der Hierarchie übertrafen. In dem Buch über das Wiedererscheinen Christi finden wir folgende Feststellung: „,Der Punkt der Entscheidung‘, wie er in allen hierarchischen Kreisen genannt wird, wurde während der Periode zwischen dem Junivollmond 1936 und dem Junivollmond 1945 erreicht. Der ,Punkt der Entscheidung‘ umfaßte daher neun Jahre, eine relativ kurze Zeit; er resultierte in der Entscheidung des Christus, so bald wie möglich und beträchtlich früher als geplant in sichtbarer Gegenwart auf der Erde zu erscheinen.“

Es ist in der Tat eine ungeheure Vorstellung, daß die Menschheit Zeit und Art des Wiedererscheinens Christi durch eine Veränderung ihrer Aufnahmefähigkeit so stark beeinflussen konnte. Es wurde uns wiederholt gesagt, daß diese „Punkte“ nur durch die Menschheit bestimmt werden. Hier haben wir ein dramatisches Beispiel für die Möglichkeiten und Verantwortung der Menschheit bei der Beschleunigung des Evolutionsprozesses.

Die Arbeiten des Herkules, 24-221

Große Invokation – dritte Strophe

Wenn Christus kommt, dann werden Menschen seines Bewusstseinstyps in rege Tätigkeit versetzt werden; wenn Jünger unter der Anerkennung Christi arbeiten, dann wird die Zeit kommen, in der er sich wieder offen unter den Menschen bewegen kann. Er kann öffentlich erkannt werden und somit seine Arbeit sowohl auf der äußeren, als auch auf den inneren Daseinsstufen tun. Die Hierarchie arbeitet für diese drei Ereignisse, die mit der dem Menschen innewohnenden Göttlichkeit im Zusammenhang stehen, und bereitet sie vor, und der erfolgreiche Gebrauch der neuen Invokation wird sich als ein weiteres Resultat erweisen, bei dieser Vorbereitungsarbeit zu helfen.

Diejenigen unter euch, die Jünger sind, werden die Bedeutung der dritten Strophe leicht erkennen. Ihre Bedeutung ist, daß die Invokation k so, wie sie von der Hierarchie gebraucht wird /k (beachtet dies), dazu beitragen wird, die Hervorrufung des geistigen Willens in der Menschheit und die Erkenntnis des göttlichen Willens seitens der Hierarchie herbeizuführen. Nur wenig kann der Allgemeinheit hinsichtlich dieser dritten Strophe gesagt werden. Sie wird sie in aller Einfachheit als ein Gebet auslegen, damit der menschliche Wille mit dem göttlichen Willen in Einklang gebracht werden kann, selbst wenn dieser Wille nicht verstanden werden mag. Selbst vom Gesichtspunkt der Hierarchie bleibt das, worin der göttliche Wille seinem Wesen nach besteht, das große Geheimnis, doch trotzdem kann sie die Zielsetzung „wissen und ihr dienen“ und tut dies auch; die Zielsetzung ist jener Aspekt des göttlichen Willens, der auf Erden unmittelbaren Ausdruck sucht. Die Hierarchie ist der Verteiler von Energie – der Energie der Liebe. Wenn daher die Zielsetzung des Willens Gottes (im Ratszimmer von Shamballa bekannt und verstanden) menschlichen Willen zu beeinflussen sucht, so ist es vom Standpunkt der Hierarchie ein Ausdruck des Willens zum Guten, und vom menschlichen Gesichtspunkt drückt

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er sich aus k als guter Wille, liebende Entschlossenheit oder als feste Absicht rechte menschliche Beziehungen herbeizuführen. /k

Sogar Christus selbst kämpfte mit dem Problem des göttlichen Willens und wandte sich in dem Augenblick, als er sich des Umfangs und der Kompliziertheit seiner Mission als Welterlöser zum ersten Mal bewußt wurde, an die Monade. Dann rief er laut: „Vater, nicht mein Wille, sondern der Deine geschehe“. Jene Worte markierten das Aufgeben der Körper, durch die er versucht hatte, die Menschheit zu erretten; es deutete ihm etwas an, was damals als ein scheinbares Versagen erschienen sein mag, und daß seine Mission nicht vollbracht war. Fast zweitausend Jahre lang hat er darauf gewartet, jene Mission zum Erfolg zu bringen; es hat gleichfalls seinen Eintritt in eine neue Tätigkeitsperiode markiert, dieser Zyklus wird während der nächsten dreihundert Jahre seinen erfolgreichen Höhepunkt erreichen, wenn diese Invokation, so wie sie von euch allen und von der Hierarchie gebraucht wird, ihre Wirksamkeit erweist. Er kann seine ihm zugewiesene Mission nicht ohne die entsprechende Tätigkeit seitens der Menschheit durchführen.

Dies Mantram ist auf eigenartige und wesentliche Art das eigene Mantram Christi, und sein k „Klang“ /k ist durch seine eigene Verkündigung und durch deren Gebrauch seitens der Hierarchie in alle Welt „hinausgegangen“. Nun müssen seine k Worte /k durch ihre Verkündigung durch die Menschen allerorts in die ganze Welt hinausgehen, und seine k Bedeutung /k muß, wenn die Zeit dafür reif ist, durch die Massen ausgedrückt werden. Dann kann „Christus wiederkommen auf Erden“ und „darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er zufriedengestellt sein“. l (….bibellutherjesaja-53F.html#53,11) ((Jesaja 53, 11))

Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Band II, 06-172

Tiefgründige Meditation über die Vorbereitung für das Wiedererscheinen Christi

TIEFGRÜNDIGE MEDITATION ÜBER DIE VORBEREITUNG FÜR DAS WIEDERERSCHEINEN CHRISTI

k Stadium I. /k

Nachdem ihr eine positive und beabsichtigte Ruhe der Persönlichkeit erlangt habt, formuliert klar für euch selbst und in euren eigenen Worten die Antworten auf die folgenden Fragen:

1. Was ist – als Mitglied der Neuen Gruppe der Weltdiener – meine besondere, bestimmte Absicht in diesem Augenblick der geweihten Verbindung mit meiner Seele?

2. Ist mein konzentrierter und zum Ausdruck gebrachter Persönlichkeitszweck in Übereinstimmung mit dem hierarchischen Zweck – soweit es mir erlaubt ist, ihn zu wissen?

3. Habe ich – in meinem eigenen persönlichen Leben – das Recht erworben (infolge entschlossener Anstrengung und weniger wegen meines Erfolgs), mit jenen Dienern zusammenzustehen, die nun das Werk der Vorbereitung durchführen?

Dies ist das einzige Mal in der Meditation, wo ihr an euch selbst denkt, und zwar, weil es eine Methode der auf die Persönlichkeit konzentrierten Aufmerksamkeit ist, die eure Persönlichkeit auf der mentalen Ebene gleichschaltet.

k Stadium II. /k

Nachdem ihr diese drei Fragen im Licht der Seele beantwortet habt, sprecht mit Nachdruck: „Indem ich die Dinge vergesse, die hinter mir liegen, will ich meinen höheren geistigen Möglichkeiten zustreben. Ich weihe mich erneut dem Dienst für den Kommenden und will alles tun, was ich kann, um das Denken und die Herzen der

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Menschen auf dieses Ereignis vorzubereiten. k Ich habe keinen anderen Lebenszweck.“ /k

z PAUSE

k Stadium III. /k

1. Vergegenwärtigt euch die Weltlage so gut, wie ihr könnt, und in Ausdrücken eures Hauptinteresses an der Welt und mit dem Wissen, das ihr über Weltangelegenheiten besitzt. Seht überall die Masse der Menschen in einem schwachen Licht glühen und – hier und da – Punkte helleren Lichts, wo die Mitglieder der Neuen Gruppe der Weltdiener und die Menschen mit geistigen Zielen und liebenden Herzen für ihre Mitmenschen arbeiten.

2. Stellt euch dann (durch die schöpferische Vorstellungskraft) das lebendige Licht der Hierarchie vor, wie es der Menschheit zuströmt und langsam mit dem Licht verschmilzt, das bereits in den Menschen ist. Dann sprecht die erste Strophe der Invokation:

„Aus dem Quell des Lichts im Denken Gottes

ströme Licht herab ins Menschendenken;

es werde Licht auf Erden!“

3. Dann denkt über das Wiedererscheinen Christi nach, begreift, daß er immer dasselbe große Wesen ist, ganz gleich, unter welchem Namen er in den vielen Weltreligionen bekannt sein mag. Denkt tief nach und stellt Vermutungen über die möglichen Folgen seines Erscheinens an. Dann sprecht die zweite Strophe der Invokation:

„Aus dem Quell der Liebe im Herzen Gottes

ströme Liebe aus in alle Menschenherzen.

Möge Christus wiederkommen auf Erden!

4. Versucht, euch auf eure feste Absicht zu konzentrieren, zu dienen und Liebe in eurer Umgebung zu verbreiten, und macht euch klar, daß ihr, k soweit ihr es könnt /k, den Versuch macht, euren persönlichen Willen mit dem göttlichen Willen zu verschmelzen. Dann sprecht die dritte Strophe

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der Invokation:

„Aus dem Zentrum, das den Willen Gottes kennt,

lenke planbeseelte Kraft die kleinen Menschenwillen

zu dem Endziel, dem die Meister wissend dienen.“

5. Denkt praktisch durch, was ihr in der kommenden Woche tun könnt, um die Vorbereitung für das Kommen Christi zu fördern.

z PAUSE

Dann sprecht das OM dreimal, indem ihr die dreifache Persönlichkeit dem Werk der Vorbereitung weiht.

Vorschläge:

1. Es wird vorgeschlagen, daß ihr diese Meditation einmal in der Woche, jeden k Donnerstag /k, anstelle eurer regulären Meditation ausübt. Versucht, vor Ausübung der Meditation. die Haltung des Strebens, der Hingabe, des Gebets und der festen Absicht anzunehmen (in dieser Reihenfolge). Esoterische Schüler haben sowohl die Annäherung des Herzens als auch die mentale Annäherung nötig, um diese Meditation zu dem mächtigen Instrument zu machen, das sie sein kann.

2. Versucht, die Ergebnisse der Überlegung, die in dieser Meditation zum Ausdruck gebracht wird, zwischen den Donnerstagen zur Ausführung zu bringen. Macht praktische Pläne und überprüft jedesmal, wenn ihr meditiert, die geplante Tätigkeit im Licht eurer zum Ausdruck gebrachten k Absicht /k.

3. Macht die Meditation kurz und dynamisch. Nachdem ihr sie mehrere Male ausgeführt habt, sollte dies leicht möglich sein; Vergeßt die verschiedenen Stadien und laßt euch von der Aufeinanderfolge und der Synthese in dieser Meditationsform antreiben.

Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Band II, 06-226

Seit 1922 ist es vorgesehen, daß Christus physisch erscheinen wird

Hatte Rudolf Steiner (1861-1925) irgendwelche Kenntnisse in Bezug auf die Wiederkehr des Christus? (Juli/August 1990)

Rudolf Steiner trennte sich von der Theosophie, um die Anthroposophie zu gründen. Er war ein bemerkenswerter Mann, mit einem Einweihungsgrad von 2.2, mit faszinierenden und wertvollen Einblicken in viele Bereiche, wie Landwirtschaft, Erziehung und Medizin. Was hingegen die Wiederkehr des Christus betrifft, hatte er, glaube ich, einen blinden Fleck. Obgleich er Theosoph war, und sich als Esoteriker bezeichnen würde, ist er nach meinem Verständnis kein wirklicher Esoteriker, sondern ein christlicher Mystiker. Irgendwie hinderte ihn sein christlicher Mystizismus, die Beziehung des Christus zur Hierarchie zu verstehen. Obwohl er theoretisch gewußt haben muß, daß der Christus an der Spitze der Hierarchie steht, sah er ihn doch eher in mystischer Weise und beteuerte, daß der Christus nicht in einem physischen Körper wiederkommt, sondern nur auf der ätherischen Ebene, (die er das geistige Reich nannte).

Wie wir wissen, entschloß sich Maitreya 1945 zum frühest möglichen Zeitpunkt auf der physischen, astralen und mentalen Ebene wiederzukommen. Als Steiner 1925 starb, wußte er nichts von diesem Teil des Planes, aber als Theosoph hätte er wissen müssen, daß dies vorgesehen war, wenigstens seit 1922, als das erste Buch von Alice Bailey (diktiert von Meister D.K.) Initiation, Menschliche und Solare Einweihung erschien. In Die Wiederkunft Christi sagt Meister D.K. ziemlich nachdrücklich, daß er vom physischen Erscheinen des Christus auf der Erde spricht. Das, erklärte er, sei

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eine der allerwichtigsten Aussagen im Buch. Er betonte, daß der Christus in einem physischen Körper, für alle sichtbar, erscheinen wird.

Dies stand irgendwie in Widerspruch zu Steiners christlichem Mystizismus. Er bestand darauf, daß der Christus nur auf der ätherischen Ebene wiederkommen könne. Die Menschheit, so schrieb er, werde im kommenden Zeitalter allmählich die ätherische Schau entwickeln (was wahr ist), und einer nach dem andern werde den Christus im Ätherischen erkennen. Nach meiner Meinung ist das ein vollkommenes Mißverständnis. Es war der christliche Dogmatismus, der Steiner darin bestärkte, daß der Christus nicht in einem physischen Körper kommen kann. Es ist, als würde man damit den Christus irgendwie erniedrigen, ihn auf eine zu tiefe Ebene herunterholen. Viele Christen glauben das, und sehen ihn nur in seiner Rolle als ein Prinzip, nicht als einen wirklichen Menschen, der dieses Prinzip verkörpert, und der auf allen Ebenen, einschließlich der physischen, wirken kann.

Maitreyas Mission, Band II, mm2-556