Die Formeln

DIE FORMELN

Es gibt sechs alte Formeln oder symbolische Formen, die in den Archiven für Jünger gefunden werden können. Sie befassen sich mit den sechs grundlegenden Vorbedingungen für Einweihung. Sie werden vor allen größeren Einweihungen gebraucht und haben daher fünf Bezeichnungen oder Bedeutungen, die erst dann offenbar werden, wenn jede dieser Einweihungen empfangen wird. Bald sind sie in symbolische Form und bald in Worte gekleidet, und sie gehören zu den ältesten Formeln der Welt. Sie sind durch alle Zeitalter hindurch von allen Jüngern und Eingeweihten der Großen Weißen Loge gebraucht worden. Sie befassen sich mit dem,

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was als „die sechs Beziehungen“ bezeichnet wird. Eine jede dieser Beziehungen muß im Verhalten, im Dienst und in einer tieferen Bewußtseinserweiterung, auf die ich nicht hinweisen darf, die vielmehr jeder selbst erlangen muß, Ausdruck finden. Es ist erforderlich, daß der nach Einweihung strebende Jünger für sich selbst den esoterischen, inneren und subjektiven Wert der Formel entdeckt, die er erwägt. Nur einen Fingerzeig darf ich jedoch in diesem letzteren Zusammenhang geben.

Wenn der Jünger zum angenommenen Jünger wird (und zwar dadurch, daß die Loge seine Verpflichtung seiner eigenen Seele gegenüber anerkennt), dann gelangt er zu einer entschiedenen und tatsächlichen Erkenntnis der Hierarchie. Seine Vermutungen, sein Verlangen, sein strebendes Wunschleben, seine Theorien oder wie ihr auch immer sein Ausstrecken oder Emporstrecken nach der Göttlichkeit zu nennen beliebt, machen einer klaren Kenntnis von der befreiten Gruppe von Seelen Platz. Dies geschieht nicht dadurch, daß sich überzeugende Phänomene ereignen, sondern durch ein Hereinströmen der Intuition. Er erfährt daher eine Bewußtseinserweiterung, die im Gehirn registriert werden mag oder auch nicht. Von jenem Punkt der Erkenntnis an muß jeder Schritt des Weges bewußt erlangt werden und ein bewußtes Erkennen einer Reihe von Erweiterungen zur Folge haben. Diese Erweiterungen sind keine Einweihung. Seid euch darüber völlig klar. Die Einweihung, die unmittelbar vor euch liegt, ist einfach die Wirkung der Erkenntnis. Man könnte sie „stabilisierende Krisenpunkte“ nennen, in denen „das Gelegentliche zum Beständigen und das Beabsichtigte zum Vorsätzlichen“ wird. Denkt über diese Worte nach. Die Hierarchie ist jetzt eine Tatsache in eurem Leben und eurem Bewußtsein. Was ist die nächste Tatsache oder der nächste Integrierungspunkt oder die bewußt erlangte allumfassende Einbeziehung? Ein Studium der Formeln und ihre richtige Anwendung wird euch dies offenbaren. Ich habe die Betonung auf bildliche Vorstellung gelegt und euch einige Winke, die sowohl mit der Einweihung als auch mit der schöpferischen Arbeit der Vorstellungskraft verbunden sind, gegeben, weil diese Lehren und die Entwicklung dieser Fähigkeiten es erforderlich machen werden, daß euer Verständnis in Tätigkeit versetzt wird, wenn die Formeln, die Beziehung zur Einweihung haben, ausgegeben werden sollen. Diese sechs Formeln sind daher Integrationsformeln, und einige Fingerzeige mögen hier mitgeteilt werden.

k Die erste Formel /k befaßt sich, wie ich euch gesagt habe, mit der Integrierung in die Gruppe eines Meisters und dient zweierlei Zwecken – wenn

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ich es von eurem besonderen Gesichtspunkt aus auf diese Weise ausdrücken darf. Einmal bewirkt sie Gruppeneinbeziehung, die euch mit euren Gruppenbrüdern in meine Gruppe integriert und eine Offenbarung der verborgenen Seite des Lebens eines Chelas mit sich bringt. Wenn ich dies sage, so beziehe ich mich auf die Herbeiführung seines neuen astralen Bewusstseinszustandes. Dieser wird k die Offenbarung des Gruppengefühls /k genannt. Dieses Thema hat viel größere Auswirkungen, als ihr vermuten mögt, denn es betrifft vereinte Gruppenempfindungsfähigkeit oder Reaktion, nach außen hin der Menschenwelt gegenüber und nach innen zur Hierarchie und nach oben zur Monade. Es hat nichts mit all den vielen geringfügigen Stimmungen und Gefühlen der Persönlichkeiten der Gruppenmitglieder zu tun. Zweitens dient die Formel dem Zweck, Kontakt mit dem Meister eurer Gruppe – in diesem Fall mit mir selbst, dem Meister D.K., – herzustellen. Durch meine Unterweisungen hinsichtlich des Vollmondkontakts habe ich bereits mein möglichstes getan, euch zu helfen, dies zu erreichen – etwas, was ihr höchst unzulänglich verstanden und versucht habt. Vielleicht werdet ihr jetzt ernsthafter an der Hervorbringung einer „Kontaktbeziehung“, wie es esoterisch genannt wird, arbeiten. Mit dieser ersten Formel müßt ihr jetzt arbeiten.

k Die zweite Formel /k befaßt sich mit Gleichschaltung; nicht mit dem, was in der sehr notwendigen Vorbereitungsarbeit der Arkanschule unter Gleichschaltung verstanden wird. Jene Form der Gleichschaltung befaßt sich mit der Hervorbringung eines wirkungsvollen und direkten Kontakts mit der Seele. Die Gleichschaltung, auf welche diese Formel sich bezieht, hängt mit der Antahkarana zusammen. Dies wird unsere nächste Betrachtung darstellen, wenn die erste Formel gewisse Bewusstseinsveränderungen hervorgebracht hat. Ich werde diese Formeln augenblicklich nicht betrachten. Ich will nur auf ihre hauptsächlichen Zusammenhänge hinweisen, die selten so sein werden, wie ihr denkt, weil ihr von den Begriffen und Auslegungen des niederen Denkaspekts abhängig seid.

k Die dritte Formel /k steht mit gewissen Veränderungen im egoischen Lotos in Beziehung. Diese Veränderungen könnten unzulänglicherweise in den Begriffen k des Alten Kommentars /k ausgedrückt werden:

„Es gibt das, was in einem k Augenblick /k Wissen in Weisheit umwandelt; es gibt das, was in einem k Raumbereich /k

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Empfindungsfähigkeit in Liebe verwandelt; es gibt das, was dort, wo weder Zeit noch Raum existieren, Opfer in Seligkeit verwandelt.“

k Die vierte Formel /k hat eine besondere Wirkung auf das „Juwel im Lotos“, indem sie es zum Leben erweckt; dies geschieht durch Wirkungen, die auf den drei Ebenen der drei Welten hervorgebracht worden sind, wodurch Veränderungen in den sieben Rädern (Zentren) herbeigeführt werden, so daß der „dynamische Punkt im Zentrum eines jeden Rades die geringeren Kraftpunkte vernichtet und das Rad auf diese Weise anfängt, sich um sich selbst zu drehen.“

k Die fünfte Formel /k erweckt den Willen, aber jegliche Auslegung dieses Erweckens würde sich für euch als unverständlich erweisen, bis die vorhergehenden vier Formeln eine Wirkung auf euch ausgeübt und die nötigen inneren Veränderungen stattgefunden haben.

k Die sechste Formel /k wird manchmal „das Wort des Todes“ genannt. Sie macht die zerstörende Wirkung des Todesvorgangs, der innerhalb des Mechanismus des Jüngers und Eingeweihten ununterbrochen vor sich geht, unwirksam. Der Tod fährt mit seiner benötigten Arbeit fort, sie wirkt sich jedoch k nicht /k zerstörend aus. – Diese Formel ist noch nie an Jünger ausgegeben worden, kann jedoch jetzt bekanntgemacht werden, weil das Zeitalter der Fische dasjenige ist, in dem endlich die Macht des physischen Todes definitiv gebrochen und das Zeichen der Auferstehung offenbart wird. In diesem esoterischen Unwirksammachen des Todes liegen die tiefverborgenen und k eindrucksvollen /k Ursachen der zwei Stadien des Weltkrieges (1914-1945), und in dieser Formel liegt die Bedeutung, die dem „Kampf um die Freiheit“ der Völker der Welt zugrundeliegt. Sie wird zuweilen „die Formel der Befreiung“ genannt.

Wenn du ein Jünger wärst, der Zugang zu den Archiven hätte, in denen Unterweisungen für Jünger enthalten sind, dann würdest du (in Beziehung zu den sechs Formeln, auf die oben hingewiesen wurde) vor sechs großen Platten eines unbekannten Metalls stehen. Sie sehen aus, als ob sie aus Silber hergestellt wären, bestehen aber in Wahrheit aus jenem Metall, das die Allotropie des Silbers ist und das sich daher zu Silber so verhält, wie der Diamant zu Kohlenstoff. Auf diesen Platten sind Worte, Symbole und symbolische Formen. Wenn diese miteinander in Beziehung gebracht werden, dann enthalten sie die Formeln, die der Jünger auslegen und in sein wachendes Bewußtsein integrieren muß. Dies muß vermittels

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lebendiger Vorgänge geschehen. Da ich euch diese Formeln nicht auf der physischen Ebene zeigen kann, ist das Beste, das ich tun kann, sie euch zu beschreiben, und in dieser Unterweisung will ich versuchen, die erste Formel zu beschreiben. Das Erfassen der Worte und Symbole bringt zwei Reaktionen im Bewußtsein des Jüngers hervor – und wenn eine Gruppe von Jüngern mit derselben Formel arbeitet (wie es in dieser Gruppe der Fall ist), dann werden sie verstärkt und sind von noch größerem Wert.

Die erste Reaktion heißt „die Formel der Offenbarung“ und hat Beziehung zu der vereinten Empfindungsfähigkeit der Gruppe. Wenn die Gruppenmitglieder gemeinsam über die Formel intensiv nachdenken und ihren Sinn erfassen, dann werden sie Empfindungsfähigkeit für die gefühlsmässigen und empfindungsmässigen Reaktionen der einzelnen in der Gruppe erlangen, und diese konstituieren und bilden in ihrer Gesamtheit den Astralkörper der Gruppe.

Wenn diese Reaktion hergestellt worden ist (und ein kritikloser und liebevoller Geist werden diesen Vorgang außerordentlich fördern), dann kann die Gruppe gemeinsam den zweiten Zweck der Formel erfassen, der „die Entdeckung des Punkts innerhalb des Kreises“ heißt. Dies deutet – soweit es die Gruppe anbetrifft – die Offenbarung der zentralen verbindenden Kraft der Gruppe selbst an. Dies ist – gleichzeitig und bis nach der höheren Einweihung, die wir die vierte Einweihung nennen – der Meister im Mittelpunkt der Gruppe. Dies entspricht folglich dem „Juwel im Lotos“, soweit es den einzelnen betrifft, der Hierarchie, soweit es die Menschheit anbelangt, und dem zentralen Punkt des Lebens in allen Formen. Der Kreis und der Punkt sind die natürlichen Symbole für Form und Bewußtsein. Dies gilt in gleichem Maß für das Atom, den Menschen, den Planeten und das Sonnensystem. Dieser Begriff muß die grundlegende Idee in allen Erwägungen dieser Formel darstellen.

Nun zur Formel selbst:

„Eine Linie aus Feuer zwischen zwei flammenden Punkten. Ein blauer Wasserstrom – wieder eine Linie – der aus der Erde entspringt – und im Ozean endet. Ein Baum, dessen Wurzeln oben und dessen Blüten unten sind.“

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„Aus dem Feuer, und stets mittwegs, erscheint das Auge Gottes (Shiva). Auf dem Strom, zwischen den beiden Enden, schwebt das Auge der Vision – ein Lichtfaden vereinigt die beiden.

Inmitten des Baumes, zwischen Wurzel und Blüten, ist das Auge wiederum sichtbar. Das wissende Auge, das sehende Auge, das lenkende Auge – eins besteht aus Feuer, eins ist flüssig wie das Meer, und zwei schauen von hier nach dort. Feuer, Wasser und die Erde – alle brauchen die lebenskräftige Luft. Die Luft ist Leben. Die Luft ist Gott.“

Es ist für den fortgeschrittenen Schüler nicht schwer, die Bedeutung dieser Formel in bezug auf sich selbst zu begreifen. Das Auge des Wissens, das Auge der Vision und das lenkende Auge der Gottheit sind ihm vertraut. Aber ich bitte euch, die großen und hauptsächlichen esoterischen Folgerungen zu bedenken. Eine Erweiterung dieser Begriffe auf einen Meister und seinen Ashram oder seine Gruppe praktizierender Jünger ist für euch in eurem erwägenden Bewußtsein von Wert. Die erste und auf der Hand liegende Auslegung betrifft das Auge des Wissens. Aber, wie verhält es sich mit dem Auge der Vision, k wenn Dualismus überwunden wird /k, und wie mit dem „Zweck, für den die Welten erschaffen wurden“ – die kleine Welt des Individuums (wenn Individualität erst einmal erreicht worden ist) und die größere Welt einer organisierten Gruppe, die integriert ist und als Einheit funktioniert, und die ferne innere Welt göttlichen Vorhabens?

In diesem Zusammenhang sage ich nichts weiter. Ich empfehle diese subtilen Folgerungen eurer nachdenklichen Erwägung. Ich möchte euch bitten, über sie nachzusinnen und – vor dem Wesak-Vollmond – euer Verständnis für die Formel von zwei Gesichtspunkten aus niederzuschreiben. Über diese zwei Gesichtspunkte solltet ihr entschieden Ideen haben.

1. Der Gesichtspunkt des einzelnen.

2. Der Gesichtspunkt einer Gruppe von Chelas.

Diese beiden Einheiten gebrauchen sowohl das Auge des Wissens als auch das Auge der Vision.

Weisheit des Eingeweihten

Weisheit ist das Kennzeichen des Eingeweihten, und er besitzt sie, selbst wenn sein praktisches Wissen irdischer Einzelheiten – geschichtlich, geographisch, wirtschaftlich und kulturell – viel zu wünschen übrig läßt. Die Jünger innerhalb des Ashrams eines Meisters können ihn mit jedem Wissen versorgen, das er nötig hat, denn sie sind aus verschiedenen Kulturen und Zivilisationen herangezogen und können jederzeit unter sich die Gesamtsumme menschlichen Wissens zusammenfassen. Dies darf nicht vergessen werden. Ein Meister der Weisheit weiß stets, wohin er sich in bezug auf Wissen wenden kann. Wissen und Intelligenz oder verstandesmässige Polarisation dürfen in eurem Denken nicht miteinander verwechselt werden. Ich könnte zu dem oben Gesagten noch hinzufügen, daß Wissen sich mit dem befaßt, was auf der physischen Ebene und in den drei Welten in Erfahrung gebracht worden und wirksam ist; Weisheit befaßt sich mit innewohnenden Fähigkeiten und Möglichkeiten geistigen Ausdrucks. Wissen kann in Konzepten und Regeln ausgedrückt werden; Weisheit wird durch Ideen offenbart, denen sich (sehr häufig) viel weltliches Wissen mit aller Macht widersetzt. Das konkrete Denken hemmt oft den freien Ideenfluss, der intuitiv eingegeben worden ist, was ihr gut wißt; gerade mit diesem freien Fluß neuer Ideen befaßt sich der Eingeweihte im Grund, weil Ideen, ihre richtige Anwendung

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und Auslegung die Zukunft der Menschheit und des planetarischen Lebens bestimmen.

Was daher der Jünger in der Vorbereitung für Einweihung als erstes lernen muß, ist das Wesen von Ideen und das, was sie von berührten Gedankenformen unterscheidet, – um es einfach und daher in Anbetracht der Vielseitigkeit des Gegenstandes unzulänglich auszudrücken. Die vorwiegende Aufgabe des Meisters besteht darin, dem Jünger dabei behilflich zu sein, die Intuition zu entwickeln und gleichzeitig die gedankliche Wahrnehmung in einem aktiven und gesunden Zustand zu erhalten. Dies geschieht in erster Linie dadurch, daß er fähig gemacht wird, eine rechte Beziehung zwischen den abstrakten und konkreten Gedankenbereichen – jenen höheren und niederen Aspekten des Denkens, die für die Seele das bedeuten, was das niedere Denken und das Gehirn für die Persönlichkeit sind, zu erreichen und sie richtig einzuschätzen. Überlegt dies gründlich. Ein wahrheitsgemässes Erkennen dieses Unterschieds bringt eine neue Einstellung der Lebenskraft innerhalb der Seele hervor, die in den ersten Stadien der Jüngerschaft durch den abstrakten und konkreten Denkaspekt arbeitet.

Saatgedanken für R.V.B.

1. Der Ashram pulsiert mit Leben. Seine Strahlung durchdringt die äußere Düsternis und Dunkelheit; wartende Aspiranten erscheinen einer nach dem anderen und ganz allein innerhalb des Lichtstrahls.

2. Der Chela wandert diesen Strahl entlang, dem zentralen Lichtpunkt dem Meister seines Ashrams, entgegen. Er bewegt

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sich nicht vorwärts, sondern strahlt ruhig aus.

3. Der Chela tritt durch die Tür in den Ashram ein und steht vor dem Meister seines Lebens. Er weiß, daß er eine Seele ist. Er weiß, daß sein Denkaspekt und alle niederen Naturkräfte jetzt das Licht ausstrahlen müssen, das er erlangt hat.

4. Wenn die Chelas einer nach dem anderen ihren Weg in den Ashram und zu dem zentralen Licht finden, wird das Licht in ihm stärker. Die Strahlung des Ashrams wächst zu einer großen Intensität an. Der kleine Lichtstrahl, der seinen Brennpunkt im Herzen des Chelas hat, durchdringt seinerseits, von seinem Auge gelenkt, die äußere Düsternis und ist für die, welche warten, sichtbar.

5. Innerhalb des Ashrams habe ich meinen Platz eingenommen. Mein kleines Licht verbindet sich und verschmilzt mit dem größeren Licht, denn auf diese Weise kann ich am besten dienen. Ich stehe dem Meister gegenüber und weiß, daß sein Licht und mein Licht ein und dasselbe sind. Ich wende mich um und sende mein Licht in die Dunkelheit hinaus, um einen Wanderer nach Hause zu geleiten.

6. Verleihe mir das Licht, daß ich scheinen möge. Laß mich das Licht über die ganze Welt von Zeit und Raum hinausstrahlen, ein Licht erschaffen, das Licht übertragen, und während ich auf diese Weise auf dem Erleuchteten Weg wandle (der mein Erleuchtetes Ich ist), gehe ich in das Licht und strahle somit das Licht sowohl zu denen, die seiner bedürfen, als auch zu denjenigen, von denen es kam.

Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Band II, 06-561

Kristallisation

Ideale sind

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Formulierungen des menschlichen Denkens. Die Hierarchie hat keine Ideale. Die Hierarchie ist einfach der Kanal für reine Liebe, und wo Liebe vorhanden ist, besteht keine Gefahr für Härte, Grausamkeit, Missverständnis, für das Umgehen von Tatsachen oder dafür, anderen Leid zuzufügen. Auch vieles, was manche als harmlos ansehen, ist in seinen allgemeinen Wirkungen entschieden schädlich. Ideale, wie sie gewöhnlich verstanden werden, nähren Stolz, führen zu Halsstarrigkeit und rufen eine trennende Überlegenheit hervor; sie erzeugen unpraktische Haltungen und negative Tätigkeiten. Derjenige, welcher sich ihnen auf diese Weise hingibt, dient häufig nur in dem begrenzten Feld, das von seiner erwähnten Arbeit abhängt und von seinem Idealismus beeinflußt wird. Er schließt das Ganze aus und denkt im Sinn der Vergangenheit und so, wie er denken will. Es ist kein wirkliches Verständnis für einen entgegengesetzten Idealismus vorhanden, und häufig wird kein wirklicher Versuch gemacht, seine Grundlage zu verstehen. Die Betonung seiner eigenen Ideale (in seinem eigenen Bewußtsein, selbst wenn sie nicht anderen auferlegt werden) verhindert Verständnis, und er ist so damit beschäftigt, sie aufrecht zu erhalten und zu verteidigen (oft wieder sich selbst gegenüber) und von ihnen beeinflußt zu werden, daß die größeren menschlichen Fragen seiner Aufmerksamkeit entgehen. Er bleibt beharrlich innerhalb der Grenzen seiner eigenen Überzeugungen. Dies macht ihn sofort zu einem Theologen, und seine Brauchbarkeit verschwindet dann schnellstens, ausgenommen in dem intimen Kreis seiner Mitidealisten. Mit der Zeit findet Kristallisierung statt. Eine „Kristallschranke“ wird zwischen der Persönlichkeit und der Seele errichtet. Die Seele ist sichtbar, aber ihr Einfluß wird isoliert. Jedoch – weil noch eine Vision von der Seele fortdauert – ist der Jünger tief unbefriedigt. Die Kristallisierung zieht schließlich alle Aspekte seines Wesens in Mitleidenschaft. Gefühle lassen sich in den „Furchen von Kristall“ nieder. Der Denkaspekt wird starr und brüchig. Der physische Körper kristallisiert ebenfalls und wird schnell alt, weil kein freier Fluß des Lebens vorhanden ist.

Nur eines wird es verhindern, daß dies geschieht. Liebevolles Verständnis und ein sich daraus ergebendes Opfer des Lebens für die Menschheit als Ganzes. Das Beste für die größte Anzahl wird zum Thema seines Lebens, und diesem wird der ganze Mensch untergeordnet.

Kannst du diese Vision begreifen und alles aufgeben? Nur zwei Strahl-Energietypen drücken sich durch deine niedere Natur aus: Intellekt und Idealismus. Denke ein wenig über die Wirkungen dieses unausgeglichenen Zustandes nach und überlege, was er hervorbringen wird. Sei nicht mit deiner mentalen Tätigkeit und Deinem

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geweihten Idealismus zufrieden. Reiche über sie hinaus zur Seele, deren Natur Liebe ist und die sich mit der Menschheit und nicht mit einer Gedankenrichtung oder einer Gruppe von Idealen identifiziert.

Du stehst am Scheideweg, mein Bruder. Willst du einem erneuten Dienst, neuen Idealen und einem neuen Zyklus schöpferischen Lebens entgegengehen? Oder willst du dich in einem kristallisierten Zustand und einem eifrigen Ringen niederlassen, um schöpferisch zu werden und Ideale auszudrücken, die vielleicht bereits aufgegeben sind, um für höhere und bessere Platz zu machen. Auf diese Weise würdest du weiterhin in der Aura dessen stehen, was alt ist, und keine weiteren Fortschritte machen und später zu der Einsicht erwachen, daß schöpferisches Leben ein spontanes Ereignis ist und daß deine Ideale durch größere und geistigere abgelöst worden sind.

Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Band II, 06-531

{06-689} … Du kannst ganz entschieden mehr lieben – mit weniger Zuneigung zu den Wenigen und einer außerordentlich vergrösserten Einschliessung und Tiefe für die Vielen. Du kannst dich von gewissen Gedankenformen befreien, welche dein Denken in vieler Hinsicht beeinflussen. Du kannst die Lektion leichter

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erlernen, daß ein wahrer Jünger das wünscht, was für die ganze Menschheit am besten ist und nicht das, was du vom Standpunkt irgendeiner Gruppe, Gedankenrichtung oder historischen oder politischen Ordnung für am besten hältst. Du mußt lernen, in einem größeren Maßstab als demjenigen irgendeiner nationalen Gruppe oder Gruppe von Nationen zu denken. Das bedeutet ein intensiveres Studium des Plans und das bedeutet ruhige, innere Erwägung, nicht das Lesen von Büchern oder der Verfolgung einer tieferen Meditation; es bedeutet das Überwinden alter Vorurteile und voreingenommener Ideen, damit das, was neu und gänzlich anders ist als das, was du vermutest oder gedacht hast, in dein Denken eintreten und deine Zukunft beeinflussen kann.

Wenn du dies nicht tun kannst (und es fällt dir nicht leicht, dich von Tradition und Hintergrund freizumachen), besteht die Tendenz, daß Kristallisierung eintritt, und ich weiß, daß dieses etwas ist, das du befürchtest und was nicht zu geschehen braucht. Das große Schutzmittel gegen irgendeine anwachsende Härte oder Starrheit des Wahrnehmungsvermögens ist Liebe, und die große Lektion für alle Jünger ist, bis zum jüngsten Tag immer mehr zu lieben.

Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Band II, 06-689

Abendliche Rückschau in drei Richtungen

Ein Meister muß den Jünger durch die Arbeit, die er zur Förderung des Planes tut, erkennen und abschätzen, und nicht auf Grund der Reaktion des Jüngers auf seine Aspiration. Die aufmerksame Welt muß die vorhandene Phase göttlichen Ausdrucks ebenfalls nach dem täglichen Leben des Jüngers beurteilen. Wonach kann der Zuschauer ihn sonst beurteilen? Der Jünger ist daher beständig einer zweifachen Untersuchung ausgesetzt, zu dieser Prüfung muß er notgedrungen selbst eine dritte hinzufügen: seinen eigenen Standpunkt als Beobachter. Er wird somit einer dreiseitigen Kritik und

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 Beurteilung ausgesetzt, und ich möchte euch bitten, diese Tatsache sorgfältig zu erwägen.

Eine abendliche Rückschau in diesen drei Richtungen würde für alle Jünger wertvoll sein, und sie sollten, soweit möglich, die Einbildungskraft als Instrument der geistigen Wahrnehmung gebrauchen; lernt es, euch soweit ihr könnt „vorzustellen“, wie ein Meister euer Bestreben während des Tages beurteilen würde, wie eure beobachtende Umgebung auf euer Leben und eure Worte reagiert haben mag, und wie ihr selbst die Errungenschaften während des Tages betrachtet. Ich möchte dies allen Jüngern und allen von euch empfehlen, die in Ausbildung für meinen Ashram sind; und was ich hier vorgeschlagen habe, könnte auch gut seitens der Arkanschule für ihre älteren Schüler verwendet werden.

Kontakt mit Hierarchie

2. Der zweite Faktor von Bedeutung ist eine tiefe Erkenntnis der subjektiven Wirklichkeit der geistigen Welt. Ich selbst bin, wenn ihr an mich dachtet, nur das Symbol jener Welt, wie andere Meister ebenfalls, die als Kontakt- und Dienstkanäle auf die Hierarchie konzentriert sind. Ihr wurdet als Gruppe gebeten, euch mir vereint und gemeinsam zu nähern und einen Kontakt herzustellen, ebenso wie im kommenden Neuen Zeitalter die Kirchen der Zukunft (zur Zeit des Vollmonds) eine genau festgelegte Annäherung zur Hierarchie unternehmen werden, um

a. ihr geistiges Leben durch das Hereinbringen von geistiger Kraft, wohlerwogen und bewußt, zu verstärken;

b. durch Verbindung mit dem Kraftwerk des Lichts, der Hierarchie, geistige Erleuchtung zu erlangen;

c. Stärke für erhöhte dynamische Tätigkeit für eine bevorstehende Dienstperiode aufzuspeichern;

d. eine Verschmelzung zwischen dem objektiven und subjektiven Leben der Menschheit herbeizuführen.

3. Dies führt zu einer Technik der Annäherung, die auf Verwirklichung der oben angeführten Ziele begründet ist, zu einem Bemühen, mich zu sehen (weil ich für euch die geistige Vision symbolisiere) und zur Herstellung eines Weges der Annäherung, der in dem Ritual, das ich euch gab, durch einen goldenen Lichtstreifen symbolisiert wurde. Ihr solltet euch vorstellen, daß er sich zwischen euch als Gruppe und eurem tibetischen Bruder erstreckte. Dieser Weg der Annäherung ist der Pfad, und es ist geplant, daß er ein vertrauteres Symbol darstellen sollte, als dies bisher im religiösen Leben der Menschenrasse der Fall gewesen ist.

4. Dieser Weg des Lichts führt zum Herzen einer dunkelblauen Scheibe, und es ist euch gesagt worden, daß ihr in ihrem Zentrum mit mir in Verbindung treten könntet. Diejenigen unter euch, die in der Meditationsarbeit einigermaßen erfahren sind, wissen gut, daß das Licht im Kopf – wenn es gesehen und

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erkannt wird – gewöhnlich durch drei sich steigernde Stadien geht:

a. Es ist, zu allererst, ein zerstreutes Licht, das den Kopf umgibt, das später im Kopf erkannt wird und einen inneren Glanz herbeiführt, welcher der Anfang des Heiligenscheins ist.

b. Dieses zerstreute Licht vereinigt sich dann und wird zu einer inneren strahlenden Sonne.

c. Schließlich erscheint im Zentrum jener Sonne ein dunkelblauer Punkt oder eine kleine indigoblaue Scheibe. Dies ist in Wahrheit der Ausgang im Kopf, durch den die Seele aus der Welt der phänomenalen Existenz hinausgeht, und ist das Symbol des Pfades oder der Tür zum Reich Gottes. Dies ist die symbolische Deutung der Erscheinungen.

Während sich die Gruppe der Wirklichkeit immer mehr nähert, wird der Weg oder der Lichtstreifen kürzer (symbolisch), und schließlich, wenn ihr in dieser Arbeit erfahren seid und wenn eure geistige Natur wirklich stärker geworden ist, werdet ihr fast unmittelbar in oder durch die blaue Scheibe eintreten und des höheren Bewußtseins oder der Göttlichkeit gewahr werden.

5. In diesem Stadium ist dreierlei zum Erfolg erforderlich:

a. Der Denkaspekt muß „unverwandt im Licht gehalten werden“, und für diese Empfangs-Erfahrung ist die ganze vorangegangene Meditationsarbeit erforderlich gewesen. Ihre positive, aufmerksame Tätigkeit ist ein wesentlicher Faktor beim Herstellen der gewünschten Gedankenkontrolle gewesen.

b. Die schöpferische Vorstellungskraft muß, weil sie die Fähigkeit, sich ein geistiges Bild zu machen, mit sich bringt, ebenfalls entwickelt und in den Anfangsstadien den Anweisungen gehorchend bewußt gebraucht werden. Dieser Gehorsam muß freiwillig geleistet werden, selbst wenn er blind ist, bis das wirkliche Ziel begriffen werden kann.

c. Ergebnisse müssen erwartet und eine innere Sensitivität entwickelt werden, die schließlich Überraschung ausschließt und zu einem bewußten Erkennen des erreichten Ziels führt. Diese Sensitivität mag je nach dem Strahl und Typ verschieden sein, aber die allgemeinen Anzeichen werden im Gebiet

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der Gleichartigkeit liegen und von Wert für die k Gruppe /k sein.

Raja-Yoga des Patanjali

Es wird euch eine große Gelegenheit geboten, und der Erfolg des Systems des Raja-Yoga, der königlichen Wissenschaft des Denkens (die vom großen Eingeweihten Patanjali vor elftausend Jahren begonnen wurde) wird demonstriert, und seine Techniken haben sich als gerechtfertigt erwiesen. Was er im Auftrag der Großen Weißen Loge veröffentlichte, ist nun zufriedenstellend in Gang gesetzt worden, und vieles, was in der ursprünglichen Absicht lag, hat sich als gerechtfertigt erwiesen. Während der nächsten

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 siebentausend Jahre wird sein System dazu gebraucht werden, Jünger in Gedankenkontrolle auszubilden. Sie werden durch dieses System das Stadium der „Isolierten Einheit“ erreichen, und in jener registrierten Einheit – allein und doch gemeinsam mit vielen anderen – die Einweihung empfangen, die es ihnen ermöglichen wird, Energie in eine wartende und fordernde Menschenwelt hinein auszulösen.

Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Band II, 06-326

Dreiundsechzigstes Lebensjahr

Ich habe eine bestimmte Arbeit geplant, welche die Mitglieder meines Ashrams durchführen müssen; es ist eine Arbeit, die du unternehmen kannst. Sie steht mit der größeren Aufgabe des guten Willens, die mir so sehr am Herzen liegt, in Beziehung; sie wird deinerseits Opfer und womöglich das Aufgeben geringerer Ziele notwendig machen. Wenn du sie erkennst, wird es bedeuten, daß die „Säulen, welche die Annäherung zum Heiligtum deines Meisters schützen“ hinter dir gelassen werden können; du wirst den Punkt erreicht haben, wo du den „Raum der Zurückgezogenheit“ betreten kannst. Wiederum spreche ich in Symbolen. Du bist fast sechzig Jahre alt, mein Bruder. Das dreiundsechzigste Jahr deines Lebens wird, wie im Leben aller Jünger, ein Jahr der Krise und höchsten Gelegenheit sein, und diesem Punkt solltest du entgegensehen, und hierfür solltest du Vorbereitungen treffen. Die Zwischenzeit sollte eine Zeit sein, während der du an den Säulen vorübergehst, während der du von einem Punkt zum andern gehst, während du dein Bewußtsein unverwandt innerhalb des Ashrams aufrecht erhältst und deine Persönlichkeitstätigkeit die Aufgabe verfolgt, die ihr von deiner Seele auferlegt worden ist.

Du wirst bald einer grundlegenden Entscheidung gegenüberstehen, und von dieser Entscheidung wird dein Recht des Eintritts, technisch verstanden, abhängig sein. Ich darf dir nicht einmal das Wesen der kommenden Krise andeuten, noch darf ich dir irgendeinen Fingerzeig in bezug auf die Richtung geben, in der deine Entscheidung fallen sollte. Ich habe jedoch Vertrauen zu dir, denn du hast während der letzten fünf Jahre viel gelernt; du bist von einem Punkt der Stärke zum anderen und von einer Säule zur anderen gegangen; selbst wenn du dir nicht darüber klar warst. Du

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wirst das Wesen deiner Stärke entdecken, wenn die Notwendigkeit der Entscheidung dir entgegentritt. Ich erwarte dich im inneren Raum.

August 1946

Heute habe ich dir nichts von größerer Wichtigkeit zu sagen, mein Bruder. Meine letzte Unterweisung für dich war lang und von lebenswichtiger Bedeutung. Du hast ihren vollen Sinn noch nicht aufgenommen. In jener Unterweisung waren zwei Sätze, die ich nochmals in deinem Bewußtsein betonen möchte. Sie sind:

1. Der Weg in das innere Heiligtum ist der Weg äußeren Dienstes.

2. Das dreiundsechzigste Jahr deines Lebens wird – wie im Leben aller Jünger – ein Jahr der Krise und von hervorragender Gelegenheit sein.

Denkaspekt als Werkzeug des Seelenlebens

Die Gedankenkraft, wie sie im Ashram angewandt wird, hängt von der Fähigkeit des Jüngers ab, die bewußten Gedanken zu konzentrieren und emporzuheben, mit der Seele Fühlung zu nehmen und die Intuition hervorzurufen. Wenn dies erfolgreich getan worden ist, dann stehen die drei Faktoren: Mentale Erleuchtung, Seelenimpuls und intuitive Wahrnehmung im Einklang. Diese dreifache Verbindung wird jenen Gedankentyp hervorrufen, dessen Tätigkeit wirkungsvoll sein wird, der den Plan ins Dasein ruft, der Selbstlosigkeit fördert und von Liebe motiviert sein wird.

Von der Fähigkeit der Gruppe als Ganzes, unter dem Antrieb des geistigen Instinkts zu funktionieren, wird der Erfolg des Meisters, seine Pläne vermittels der Gruppe durchzuführen, abhängig sein. Nach göttlichem Gesetz darf er nicht allein arbeiten; er kann nicht allein arbeiten. Er kann inspirieren, lehren, um Mitarbeit bitten und Richtlinien in bezug auf die notwendige Arbeit geben. Darüber hinaus darf kein Meister gehen. In diesem Weltzyklus hängt die Arbeit der Hierarchie von den Jüngern ab, und sie können es daher gut verstehen, warum die letzte Fessel, die ein Meister ablegt, Gereiztheit ist! Kein Eingeweihter kann einen wahren Ashram bilden, bis jegliche Fähigkeit zu Missverständnissen, Gereiztheit und Kritik verschwunden ist. Wenn die Gedankenkraft eines Meisters falsch gebraucht wird, dann könnte sie eine mächtige zerstörende Kraft sein. Er muß fähig sein, sich auf sich selbst verlassen zu können, ehe sein Ashram nach richtigen Grundsätzen und gefahrlos funktionieren kann.

In dieser Arbeit, die nötige Gedankenkraft für konstruktive Arbeit anzusammeln, spielt das ätherische Gewebe entschieden eine Rolle. Es führt dann zu einer Neuorganisation des Gewebes. Wissenschaftliche Erklärungen helfen dem Schüler nicht dabei, dies zu verstehen. Wenn der Denkaspekt (das Instrument des Denkens) zum Werkzeug des Seelenlebens, des Seelenlichts und der Seelenliebe geworden ist und das ätherische Gewebe auf das Hereinfliessen von Energie vom Denkaspekt reagiert, dann findet die Neuorganisation des individuellen ätherischen Gewebes statt. Der individuelle Ätherkörper ist nur ein Teil, ein Aspekt des ätherischen Gewebes der Menschheit; die beständige Neuorganisation der vielen Teile führt, wenn genug Zeit verflossen ist, zu einer Umwandlung des Ganzen.

für die Diener der Rasse spielt Zeit eine große Rolle

Für die Massen der Menschheit ist Zeit von keiner großen Bedeutung, aber für die Diener der Rasse spielt sie eine große Rolle. Verliert deshalb keine Zeit mit übermäßiger Selbstanalyse, Selbstmissbilligung oder Selbstverteidigung. Geht mit Unterscheidungsvermögen vorwärts, soweit es eure Entfaltung betrifft und mit Liebe und Verständnis, soweit es die Gruppe anbelangt. Soweit es mich, euren Lehrer, anbetrifft, so schenkt meinen Worten die gebührende Beachtung und bemüht euch, mit mir zusammenzuarbeiten. Dann werde ich eines Tages die Freude haben, euch an dem „Geheimen Ort“, wo alle wahren Diener und Eingeweihten sich schließlich begegnen und vereinigen müssen, willkommen zu heißen.

Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Band I, 05-78